Schwandorf
Montag, 8. Februar 2010 15:13
"Die Kriminalitätsrate in Ostbayern ist seit dem Wegfall der deutsch-tschechischen Grenzkontrollen vor zwei Jahren nicht gestiegen." Diese Bilanz hat heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in Schwandorf gezogen.
Europa wächst zusammen. Die Grenzen fallen, neue Freiheiten entstehen. Aber auch für Ganoven. So war die Angst groß, als vor zwei Jahren die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und der tschechischen Republik weggefallen sind. Ein enormer Anstieg der Kriminalitätsrate wurde befürchtet.
Zu Unrecht, wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann heute in Schwandorf mitgeteilt hat. Der Minister machte zwei Gründe dafür aus: die wachsende Zusammenarbeit von deutschen und tschechischen Polizei- und Zollbeamten und die Schleierfahndung.
"Verdachtsunabhängige Kontrollen sind ein wichtiger Garant für ein Höchstmaß an Sicherheit in Bayern und in einem vereinten Europa", so Herrmann.
Die zweite Antwort auf den Wegfall der Grenzkontrollen sei die Einrichtung des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zoll-Zusammenarbeit in Schwandorf gewesen. Es sei inzwischen das Kernstück des gemeinsamen Sicherheitskonzeptes.
Bislang stellte die Bundespolizei den deutschen Koordinator und hatte somit die Verantwortung im Gemeinsamen Zentrum. Wie zwischen Bund und Bayern festgelegt ist, geht die Verantwortung nun turnusgemäß auf die Bayerische Polizei über.
Polizeidirektor Uwe Landgrebe von der Bundespolizei wurde deswegen verabschiedet. Er blickt auf zwei erfolgreiche Jahre der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit zurück. Nachfolger von der Bayerischen Polizei wird Polizeioberrat Matthias Messer aus Schwandorf. Er ist heute von Polizeichefs aus Deutschland und Tschechien in sein Amt eingeführt worden.