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Bayern
Mittwoch, 24. Juni 2009 17:51
Umweltschützer laufen Sturm gegen Münchner Olympiabewerbung
München (ddp-bay). Umweltschützer haben am Mittwoch scharfe Kritik an der Bewerbung Münchens um die Olympischen Winterspiele 2018 geübt. Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) und die Grünen bemängelten insbesondere, dass nach wie vor kein Umweltkonzept vorliege. Die Bewerbung ist nach Ansicht der Grünen «ökologisch gescheitert». Nach Auffassung der Umweltschützer ist der Ausbau der Sportstätten und die Verkehrsanbindung im sensiblen Alpenraum von Garmisch-Partenkirchen keinesfalls klimaneutral und nachhaltig zu realisieren. Der BN beschloss am Mittwoch, die Olympiabewerbung der bayerischen Landeshauptstadt nicht zu unterstützen. Die Umweltschutzorganisation habe lange versucht, durch Mitarbeit in der Fachkommission Umwelt der Planungsgesellschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes «konstruktiv Einfluss zu nehmen». Die Bergregion werde jedoch «ohne große Rücksicht» zur Sportkulisse umfunktioniert. «Dies können wir nicht verantworten», betonte BN-Sprecher Richard Mergner. Angesichts dessen wolle man nicht das «ökologische Feigenblatt» der Bewerbung sein, sagte der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger im Bayerischen Rundfunk. «Die geplanten Eingriffe dieser Sportgroßveranstaltung in den hochsensiblen Alpenraum vor allem von Garmisch-Partenkirchen durch Parkplätze und Infrastruktur bis zu Beschneiungsanlagen sind nicht vertretbar», kritisierte er. Das versprochene Umweltkonzept liege nach fast zwei Jahren immer noch nicht vor. Die Grünen hoben hervor, dass sie nur «ökologisch nachhaltige Spiele» für unterstützenswert hielten. Nach ihrer Ansicht sollte ein Alternativkonzept geprüft werden, das neben München vier und nicht nur zwei weitere Austragungsstätten berücksichtige. Die nordischen Skiwettbewerbe sollten in Oberstdorf, Ski Alpin in Garmisch-Partenkirchen, Biathlon in Ruhpolding sowie Bob und Rodeln in Schönau am Königssee stattfinden, hieß es weiter. Auch der BN kritisierte, dass die Orte Ruhpolding und Oberstdorf im aktuellen Konzept nicht berücksichtigt seien, obwohl hier bereits fertige Einrichtungen für Biathlon und die nordischen Wettbewerbe stünden. In Garmisch-Partenkirchen müssten solche Anlagen erst neu gebaut werden. Das berge auch große finanzielle Risiken, hob der BN hervor. Die Umweltschutzorganisation schlug vor, Olympische Winterspiele wegen der massiven Eingriffe in die Natur immer am selben Austragungsort zu veranstalten. Dadurch könnten Eingriffe in die Bergwelten rund um den Globus im Vier-Jahres-Rhythmus zukünftig vermieden werden. (ddp)
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