Oberpfalz: Gewinner beim ZF-Förderpreis „Zukunft Region“ stehen fest

Fünf Gewinnerprojekte mit dem ZF-Förderpreis „Zukunft Region“ prämiert

Der Automobilzulieferer ZF zeichnet bereits zum sechsten Mal gemeinnützige Organisationen aus. Die Gewinner in diesem Jahr sind die Theatergruppe Auerbach, die Wasserwacht Auerbach, der SEGA Sulzbach Rosenberg, der Kinderschutzbund Bayreuth und die Ökumenische Jugend Glashütten.

Mit dem Förderpreis „Zukunft Region“ unterstützt ZF jährlich soziale und gemeinnützige Einrichtungen, die mit nachhaltigen Projekten ein positives Zeichen für das Miteinander in der Region setzen. Die Preisverleihung lief coronabedingt per Videoschalte ab. Die Sieger werden mit insgesamt 2.500 Euro und je einem professionellen Imagevideo unterstützt.

„Der Name ZF ist jetzt seit 12 Jahren in Auerbach zuhause. Damit liegt uns selbstverständlich auch die Entwicklung der Region am Herzen. Mit unserem Förderpreis honorieren wir ehrenamtliche und bürgerschaftliche Initiativen. Vorangehen, Engagement zeigen und Mut haben, neue Wege zu beschreiten – das sind Eigenschaften, die wir schätzen und fördern wollen. Diese sind auch für uns als Unternehmen und für unsere Mitarbeiter beispielhaft und unerlässlich. Aktuelle Themen wie Elektromobilität und Digitalisierung bieten für die Zukunft der Region tolle Chancen, die wir nutzen wollen.“ – Harald Deiss, Leiter Produktlinie Elektronische Systeme ZF

Die Preisträger:

Theatergruppe Auerbach
Projekt: Anschaffung von neuen Bühnen- und Kulissenteilen
Seit 26 Jahren unterhalten die Laiendarsteller mit ihren Theaterstücken viele Gäste aus Auerbach und der näheren beziehungsweise weiteren Umgebung. Die Gruppe, bestehend aus zwölf Laiendarstellern, einer Souffleuse und sieben Helfern, darunter Bühnenbauer und Tontechniker, gilt als eine der besten in der Region. Sie hat sich vor allem der Pflege der Mundart sowie die der Erhaltung des lokalen Dialektes verschrieben. Mittlerweile sind die Bühnen- und Kulissenteile von den alljährlichen Umbauten stark mitgenommen, deswegen sollen neue Bühnen- und Kulissenteile angeschafft werden. Diese werden teilweise von der Gruppe selbst gebaut, einige Teile müssen zu gekauft werden. „Ein Bühnenbild, das zu unseren Theaterstücken passt, ist für uns wie ein Sechser im Lotto, denn dann sind die Bühnenspieler gleich viel motivierter“, weiß Kerstin Meisel, die Leiterin der Theatergruppe Auerbach. Und Motivation brauchen die Schauspieler natürlich, schließlich wollen sie noch viele weitere Jahre die Oberpfälzer Theaterkultur pflegen.

Wasserwacht Ortsgruppe Auerbach
Projekt: WW 4.0
Alles rund um die Sicherheit am Wasser – das ist die Aufgabe der Wasserwacht Ortsgruppe Auerbach. Schwimmen, Rettungsschwimmen, Sanitätsdienst, Wasserrettung, Bootsführerausbildung, Tauchen sowie  Natur- und Gewässerschutz sind die wichtigsten Ausbildungs- und Aufgabenbereiche. Eigentlich eine Tätigkeit unter Körpereinsatz, doch auch an der Wasserwacht geht das Zeitalter der Digitalisierung nicht spurlos vorüber. So werden die Trainingsarbeiten in den Schwimmbädern durch die  Visualisierung von Lernzielen unterstützt,  Bootsführer können Rastersuchtechniken per iPad durchführen und auch die Verwaltungsarbeit  wird durch neue Programme erleichtert.  „Wir wollen damit unsere Einsatzfähigkeit, unsere Ausbildung und unsere Dokumentation und Verwaltungsarbeit verbessern, erklärt Ernst Schalanda, Vorstand der Wasserwacht Auerbach das Projekt „WW 4.0“. Die Anschaffung von Soft- und Hardware sowie Schulungen für Mitarbeiter haben nicht nur viele Abläufe verbessert, sondern auch in der Corona-Zeit die Vereinsarbeit trotz der starken Einschränkungen weiterhin ermöglicht.

SEGA e.V. Sulzbach-Rosenberg
Projekt: „Digitalisierung in der Corona-Krise – Online Treffen gegen Vereinsamung“
Der Verein zur Förderung der seelischen Gesundheit im Alter (SEGA e.V.) setzt sich für die Belange von Seniorinnen und Senioren und deren Angehörigen ein. Dabei will er vor allem gegen die Vereinsamung der älteren Menschen ankämpfen. Im Fokus stehen besonders Demenz-Erkrankte ältere Menschen, denn diese benötigen dringend den Kontakt zu ihren vertrauten Gesichtern und Stimmen. Eine Aufgabe, die in Zeiten von Corona ganz neue Herausforderung mit sich bringt. Deswegen hat SEGA seine ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Tablets und Schutzausrüstung ausgestattet, um Betroffenen zu helfen, mit ihren Familien und Freunden in Kontakt zu bleiben. Die ehrenamtlichen Helfer kümmern sich um die Installation der Geräte, den reibungslosen Ablauf der Videoübertragung und stehen den Betroffenen emotional zur Seite. „Der Helfer bleibt die ganze Zeit vor Ort, um eingreifen zu können, wenn es zum Beispiel technische Probleme gibt, oder um dem Bewohner eine gewisse Nähe zu schenken, indem er zum Beispiel seine Hand hält  oder ein Taschentuch reicht, wenn es nötig ist“, erklärt Sonja Oleson, Leiterin der  Geschäftsstelle SEGA e.V. Sicherheit, Nähe und Vertrauen zu schaffen und gegen die Einsamkeit vorzugehen ist das erklärte Ziel des SEGA – auch über die Corona-Krise hinaus.

Ökumenische Jugend Glashütten
Projekt: „Galaxie Zeltlager“
Wenn die ökumenische Jugend Glashütten in der dritten Woche der Sommerferien zum alljährlichen Zeltlager ruft, dann steht neben Tagesspielen und Turnieren Großes bevor: die Umsetzung eines Bauprojektes. Das einwöchige Camp findet jeweils unter einem von den Teilnehmer/-innen des Vorjahres ausgesuchtem Motto statt. Rund um dieses Motto wird die ganze Woche geplant und gestaltet. Zum Thema „Western“ 2019 etwa wurde ein zweistöckig begehbarer Saloon gebaut, für das „Harry-Potter-Zeltlager“ im Jahr 2018 war es der Hogwarts-Express. Vor 30 Jahren als kleine Veranstaltung für die Ministranten der katholischen Kirchengemeinde gestartet, hat sich das Zeltlager der Ökumenischen Jugend Glashütten inzwischen zu einem über die Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil im Veranstaltungskalender der Schüler/-innen von Bayreuth bis tief in die fränkische Schweiz entwickelt – mit 30 Betreuer/-innen und alljährlich an die 100 Teilnehmer/-innen. Nachdem das Zeltlager dieses Jahr Covid19-bedingt ausfallen musste, wird 2021 eine ganze Galaxie gebaut – inklusive Sternwarte und Spaceshuttle.

Kinderschutzbund Bayreuth e.V.
Projekt: „Familienpaten“
Familien helfen, bevor sie aus einer alltäglichen Belastungssituation in eine dauerhafte Krise rutschen – das ist das erklärte Ziel des Kinderschutzbundes Bayreuth. Das Konzept der Familienpaten bietet unbürokratische Hilfe für alle Familien, denen „gerade einfach alles zu viel wird“.  So wie Ramona W., die nach dem tragischen Tod ihres Mannes bei einem Autounfall mit ihren drei Monate alten Töchtern plötzlich völlig alleine war. Die Hilfe bekommen die Familien bei diesem Projekt direkt aus der Mitte der Gesellschaft: von ehrenamtlichen Familienpaten. Die mehr als 30 geschulten Paten begleiten die Familien drei bis vier Stunden pro Woche, unterstützen bei Behördengängen, Alltagsentscheidungen, bei der Kindererziehung und bei schulischen Schwierigkeiten. „Die zwei bis drei Stunden pro Woche sind für die Kinder immer das absolute Highlight, auf das sie sich freuen, und für die Eltern eine große Entlastung“, weiß Ulrike Thoma-Korn, Koordinatorin Projekt Familienpaten des Kinderschutzbundes Bayreuth. Durch diese unbürokratisch Art der Hilfestellung wird die Hemmschwelle für Familien, sich in einer Belastungssituation Hilfe zu suchen, enorm herab gesetzt.