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Altenschwand: Schüler haben Franziskus-Marterl restauriert

„Die WAA ist nicht gefährlicher als eine Fahrradspeichenfabrik“ – der Satz des damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, der Geschichte schrieb. Die geplante Wiederaufarbeitungsanlage entfachte vor 30 Jahren einen vorher noch nie da gewesenen Bürgerprotest. Um ihren Protest kundzutun, haben WAA-Gegner im Blaubeerwald bei Altenschwand das Franziskus-Marterl gebaut. Genutzt wurde es als Treffpunkt und als Ort für ökumenische Andachten. Ein Unterrichtsprojekt des Beruflichen Schulzentrums in Neunburg vorm Wald hat genau diesen Ort der Erinnerung zu neuer Strahlkraft verholfen.

Seit November haben Forstschüler der 12. Klasse an dem Projekt gearbeitet. Heißt: Tische, Sitzbänke, Holzkreuze wurden restauriert. Das Ende der Arbeiten wurde jetzt mit Ehrengästen wie Altlandrat Hans Schuierer gefeiert. Richard Salzl, damals Pfarrer von Penting, leistete ebenfalls Widerstand gegen die WAA. An ihn wurde damals das Anliegen, eine Kapelle bauen zu wollen, herangetragen. Doch das war schwierig. Als kleine Kirche unterliegt der Bau der Aufsicht der Diözese, sprich dem Bischof von Regensburg. Und Regensburg hatte damals schlichtweg etwas dagegen, dass es Proteste gegen die WAA gab, erinnert sich Salzl.

Hans Schuierer weiß: Ursprünglich stand damals an dem Ort ein Turm, der wurde in einer Nacht und Nebel Aktion entfernt. Das sei einem Rechtsbruch gleich gekommen, so Schuierer. Dann wurde das Marterl gebaut.

Durch die Restaurierung haben die Schüler diesem Ort der Erinnerung zu neuer Strahlkraft verholfen. (sd)