Altenstadt/Amberg: Querdenker fordern Lockerungen

Die Corona-Verschärfungen werden mehr – die Proteste auch. Querdenker rufen in Altenstadt und Amberg zu Lockerungen auf.

Mit zwei Demonstrationen haben die sogenannten Querdenker in der Corona-Krise auf ihre Anliegen aufmerksam gemacht. In Autokorsos und Kundgebungen in Altenstadt/WN und in Amberg forderten sie am Samstag die Regierungen auf, die kürzlich erst verschärften Maßnahmen zu überdenken und sofort Lockerungen zu ermöglichen.

In Altenstadt forderte etwa der Gastronom Robert Drechsel die Öffnung der Gaststätten. Trotz der existenzgefährdeten Schließung aller Lokale würden die Infektionszahlen steigen – ein Beleg, dass die Gastronomie nicht die Ursache der Weiterverbreitung sei. Er appellierte an die Politik, andere Wege der Krisenbewältigung zu suchen, nachdem die bisherigen ganz offensichtlich scheitern.

Nach Altenstadt/WN waren etwa 50 Anhänger der Querdenker-Bewegung gekommen. In Amberg war der Andrang deutlich größer. Nach Polizeiangaben mussten sogar 150 Teilnehmer abgewiesen werden, weil die Demonstration nicht für so viele Menschen genehmigt war. So hätten schließlich rund 240 Maßnahmen-Gegner an der Demonstration teilgenommen. An dem vorangegangenen Auto-Korso durch das Stadtgebiet haben sich nach Polizeiangaben etwa 50 Fahrzeuge beteiligt.

Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny nimmt Stellung zur Demo:

„Ich bin froh, dass wir in der Stadt Amberg bislang mit sehr geringen Fallzahlen und wenigen Todesfällen durch die Zeit der Pandemie gekommen sind. Auch haben bislang kaum Veranstaltungen der sogenannten Querdenker stattgefunden – und wenn doch, so waren es meistens nur wenige Menschen, die sich dazu eingefunden haben“, erklärt Oberbürgermeister Michael Cerny. Diesen weißen Flecken auf der Landkarte der Querdenkerdemos versucht nach Informationen aus dem Umkreis der Veranstalter nun eine Gruppe aus dem Raum Weiden zu schließen und ruft speziell Gastronomen und Einzelhändler dazu auf, sich geltenden Regelungen wie Ladenschließungen und der Maskenpflicht zu widersetzen.

„Ich glaube nicht, dass wir eine solche Veranstaltung gegen das Tragen von Masken in Amberg wirklich brauchen“, stellt der Oberbürgermeister fest, der mit großer Sorge die aktuellen Probleme und Existenzängste im Einzelhandel und der Gastronomie sieht. Letztlich helfe aus seiner Sicht aber das konsequente Tragen von Masken und jetzt auch der höherwertigen FFP2-Masken, um das Ziel der sicheren Wiedereröffnung im Handel und der Gastronomie schneller zu erreichen. Das reine Ignorieren der aktuell bestehenden Infektionsgefahr bzw. die Verweigerung, eine Maske zu tragen, sei umgekehrt keine Lösung für die wirtschaftlichen Probleme der Unternehmen vor Ort.

Selbstverständlich hat die Stadt als Ordnungsbehörde die Auflagen der Veranstaltung nach den geltenden Regeln zu Grundrechten und Infektionsschutz und ohne politische Vorgaben neutral bearbeitet. Dennoch habe er als Politiker das Gefühl, „dass hier unsere Gastronomen und Händler für die Zwecke der sogenannten Querdenker instrumentalisiert werden sollen“, um nach vielen Versuchen auch in Amberg Fuß zu fassen.

Ähnliches gilt wohl für den Landkreis Neustadt an der Waldnaab wo die Organisatoren mit ihrem Team am Samstagnachmittag demonstrieren wollen, um anschließend nach Amberg weiterzureisen.

(Quelle: Stadt Amberg)

Nennenswerte Zwischenfälle gab es bei keiner der Demonstrationen.

(gb)