Amberg: 200 Cartoons in einem Buch zum Thema „Luft“

Nicht nur coronaviren- und sonstwie verpestete Innenräume soll man regelmäßig lüften, sondern vor allem auch den Kopf. Frischen Wind ins Oberstübchen bringen seit 1.11.2020 im Luftmuseum versammelte Cartoons und Karikaturen, die unter dem Ausstellungstitel „Luft? – Sehr witzig!“ ihre programmatische Klammer gefunden haben.

Da hat sich einiges zusammengebraut! Mit der jahrelangen Karikatur-Erfahrung des Künstlers Rudi Hurzlmeier wurde die Crème de la Crème der Zeichnerzunft kontaktiert und gebeten, ihre Schubladen zu durchforsten. Entstanden ist eine einzigartige Schau, ein Sammelsurium mit 200 Zeichnungen von 40 Zeichnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Aus Ausstellung wurde ein Sammelwerk
Eine Schau, die momentan im Luftmuseum nicht besucht werden kann. So wurde die Schau in einem weltweit einzigartigen und pandemieresistenten Kompendium der Ewigkeit zugänglich gemacht. Alle 200 Cartoons in der Ausstellung gibt es nun im Sammelwerk, dem Bildband „Luft? - Sehr witzig!“.
Das Buch ist im Büro Wilhelm Verlag erschienen und über den Verlag bestellbar oder im Luftmuseum nach Vereinbarung abholbar.

Rudi Hurzlmeier umschreibt es so: „Beim Druckvorgang wurde die heiße Luft zwischen den Buchdeckeln unter Hochdruck herausgepresst und der restliche Inhalt sterilisiert. Hygienischer gehts nicht. Auf Mund- und Nasenschutz kann beim Schmökern also bedenkenlos verzichtet werden!“

Die Cartoonschau ist eine Ausstellung mit Zeichnungen und Cartoons über das Auf- und Abblasen, Ein- und Ausatmen, Luftschiffe und Luftkurorte, laue Lüftchen, Flatulenzen und Luftmusik, Luftaufnahmen und Laubbläser, Luftkissen und viel mehr.

Ohne Luft kein Witz
Oliver Maria Schmitt schreibt im Vorwort zur Ausstellung: „Aus gutem Grund erkennen wir nämlich große Ähnlichkeiten zwischen der Luft und dem Witz: Beides ist extrem flüchtig und nicht mit Händen zu greifen, ja letztlich unsichtbar und nur durch seine Abwesenheit nachweisbar. Was man daran hat, merkt man erst dann, wenn es fehlt. Ohne Luft kein Leben, und ohne Witz und Humor erst recht keines, jedenfalls kein lebenswertes.
Nicht nur gibt es kein Leben ohne Luft, sondern erst recht auch kein Lachen. Die lachaktiv bewegte Luft ist der Atem des Witzes, das Abgas des Humors. Der Witz und das damit verbundene Verlachen sind nötig, um aus aufgeblasenen Figuren die Luft zu lassen, um Windbeutel zu entlarven bis ihnen die Puste ausgeht, um so zumindest die Lufthohheit über den Stammtischen empfindlich zu stören. (…)
So informieren uns die Zeichner des Duos Rattelschneck über den vermeintlich nur kleinen Unterschied zwischen „Berliner Luft“ und „Berliner Frischluft“, Hauck & Bauer über falsch platzierte Fischluftspender, Petra Kaster über Laubbläser aus der Hölle, Greser & Lenz über die anrüchige Musik, die auf den Verzehr des toxischen hessischen Handkäses folgt, Rudi Hurzlmeier über den richtigen Gebrauch aufblasbarer Luftpumpen, Til Mette über die uralte Kulturtechnik des Luftgitarrenspiels, und Eva Muggenthaler haucht ausgesetzten und verlorengegangenen Alltagsmasken neues, nicht alltägliches Leben ein. Was will man eigentlich mehr?“

Ergänzt wird die Cartoonschau durch einen Trimm-Dich-Holzweg von Florian Topernpong und Peter Engel aus Regensburg in der gotischen Hauskapelle. Getrimmt werden gedachte und zu denkende Gedanken, aber auch Gedankensprünge, hoch und weit als zöge eine Umluftherde vorbei.

(vl)