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Amberg: Aktionstag gegen Krankenhauskeime

40.000 Menschen sterben jährlich in Folge einer Infektion mit einem Krankenhauskeim. Davon geht die deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene aus. Das gefährliche an ihnen: Sie sind teilweise multiresistent gegen Antibiotika und deshalb kaum zu behandeln. Und: es ist nahezu unmöglich, sie nicht in sich zu tragen. Eine Verbreitung zu verhinden allerdings geht zum Teil mit einfachen Mitteln. Das zeigt die Internationale Infektionspräventionswoche.

Das Klinikum St. Marien in Amberg hat anlässlich dieser einen Aktionstag am 24. Oktober geplant. Die Internationale Infektionspräventionswoche ist bisher eher im englischsprachigen Raum verbreitet. Vor allem in den USA und Australien. Allerdings seien Infektionen auch in Deutschland ein großes Problem. Längst totgeglaubte Krankheiten wie Syphillis seien am Vormarsch. Aus mangelendem Schutz und auch Hygiene, sagt Prof. Dr. Hamid Hossain, Chefarzt für Mikrobiologie.

Auch der Begriff „Krankenhauskeim“ könne irreführend sein. Denn die Keime entstünden keineswegs in den Krankenhäusern selbst. Sondern seien bereits in der Umgebung, in der Umwelt, in unserem Essen. Die Message während des Aktionstages sei, dass die Keime bereits aus der Landwirtschaft kämen. Und von dort auf die Menschen übertragen werden.

Für die meisten Menschen sei das kein Problem. Erst dann, wenn sie mit beispielsweise einem geschäwchten Immunsystem oder offenen Wunden ins Krankenhaus kämen, würden sich die Keime weiterausbreiten können. Und von einem Patienten zu vielen gelangen. Durch mangelnde Hygiene. Im Klinikum St. Marien Amberg gibt es eine Strategie, um das Krankenhaus möglichst rein zu halten. Allerdings gehe viel Gefahr von den Menschen selbst aus. Nicht gewaschene oder nicht desinfizierte Hände beispielsweise seien ein großes Problem.

Wie schnell sich Keime deswegen verbreiten können, will Prof. Dr. Hossain am 24. Oktober zusammen mit seinen Studenten Anna Bach und Florian Lapp zeigen. Im Foyer des Klinikums werden deswegen Stände aufgebaut sein. Auch machen die Mediziner dort Abstriche von Keimkulturen, oder zeigen mittels eines speziellen Lichtes, wie viele Keime wir überhaupt auf der Haut haben. (eg)