Oberpfalz TV

Amberg: Ambergerin kämpft für Rechte von „Pflegenden Angehörigen“

Rund 2,9 Millionen Pflegebedürftige gab es laut dem Statistischen Bundesamt im Jahr 2015 bei uns in Deutschland. Knapp dreiviertel werden in ihren eigenen vier Wänden versorgt. Davon wird die Hälfte wiederrum von den eigenen Angehörigen gepflegt. Die geben dafür oftmals ihren Beruf auf, verdienen also kein Geld und zahlen dann auch nicht in die Rentenkasse ein. Kornelia Schmid aus Amberg will das ändern – und hat deshalb eine Petition an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verfasst.

Rentenversicherungsbeiträge für Pflegepersonen werden prozentual gestaffelt nach Pflegegraden von der Rentenkasse eingezahlt. Holt man sich als pflegender Angehöriger dann aber Hilfe dazu, werden die Rentenbeiträge gekürzt.

Kornelia Schmid pflegt ihren Mann Erich seit fast zwei Jahrzehnten. 1994 erhielt der ehemalige Polizist die Schockdiagnose Multiple Sklerose. Konnte er zunächst noch arbeiten, ist das seit fünf Jahren aufgrund der Krankheit nicht mehr möglich. Er wäre ohne seine Familie schon längst in einem Pflegeheim, so Erich Schmid, der nur noch seinen Kopf halten und seinen rechten Arm bewegen kann.

Kornelia Schmid hilft aber nicht nur ihrem Mann, sondern kämpft auch für die Rechte anderer pflegender Angehöriger. Drei Petitionen hat sie bislang verfasst und übergeben, eine vierte ist bereits wieder in Bearbeitung. Daneben hat sie mit ihrer Facebook-Gruppe „Pflegende Angehörige“ eine Plattform für über 4000 Mitglieder geschaffen, auf der sich Betroffene austauschen, Mut zusprechen und Informationen bekommen können. (kh)