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Amberg: Auf den Spuren von Luchs, Bär und Wolf

Ein Wolf sei seitlich direkt an die Fahrertür seines Autos gelaufen, berichtet Reinhold Werner aufgeregt. Auch mehrere Passanten hätten den Vorfall am Mariahilfberg beobachtet und den Wolf gesehen. Dicke Büschel Haare zeugen noch von dem Zusammenstoß.

Aber war es tatsächlich ein Wolf, auf den Reinhold Werner da unerwartet getroffen ist? Ein Fall für das Netzwerk für große Beutegreifer.

Rund 150 solche Netzwerker gibt es in ganz Bayern, acht von ihnen sind für den Landkreis Amberg-Sulzbach zuständig. Sie werden gerufen, wenn tote Tiere gefunden werden, die Kehlbisse aufweisen oder es mögliche Zusammenstöße mit einem Beutegreifer gibt. Zu den großen Beutegreifern zählen Luchs, Bär und Wolf.

Die am Auto von Reinhold Werner gefundenen Haare wurden an Rudolf Leitl weiter gegeben. Er ist einer der Netzwerker des Landkreises. Auf den ersten Blick glaubte er nicht, dass die Haare von einem Wolf stammen. Sie seien viel zu fein, was nicht für ein hundeartiges Tier spricht. Viel mehr seien sie ein Indiz für eine Katze oder einen Hasen. Die genaue Tierart soll jetzt durch einen Labortest ermittelt werden.

Zudem hält es Leitl für unwahrscheinlich, dass sich ein Wolf am Mariahilfberg in Amberg aufhält. Denn es sei ein beliebter Ort zum Spazierengehen, viele Hunde setzten hier ihre Markierungen. Für einen Wolf sei es deshalb ein bereits besetztes Gebiet. (ms)