Amberg: Ausbau der Bergwirtschaft umstritten

Die Aussichtsgaststätte am Kloster des Mariahilfberges in Amberg soll neu entstehen. Ein Investor plant mit Unterstützung der Kirche eine Erweiterung und die Ergänzung um ein Hotel. Doch die Pläne sind umstritten.

Es hat sich eine Interessengemeinschaft formiert, die das Projekt in dieser Form verhindern will. Die Mitglieder der IG „Unser Berg“ fürchten um den Charakter des Wallfahrtsortes, beklagen Einschnitte in die Natur und befürchten Schäden an der Kirche, wenn, wie geplant, Teile der Hotel- und Gaststättenanlage in den Berg hinein gebaut werden sollen. „Sanierung ja – aber nicht in dieser überdimensionierten Form“, so Anton Hummel, einer der Initiatoren.

Die IG strebt einen Bürgerentscheid gegen die Pläne an. Über 1000 Unterschriften gebe es bereits. Die Stadt Amberg, die die Pläne begrüßt und genehmigen will, hat heute dazu in einer Pressekonferenz zusammen mit dem Investor, dem Architekten und der Kirche Stellung genommen.

Schriftlich wurde dazu erklärt: „Wir stehen als Stadt Amberg voll und ganz hinter diesem Projekt – gerade, weil der Mariahilfberg für Amberg sehr wichtig ist und damit die aktuell bestehenden und künftigen Probleme gelöst werden können.“

Gemeinsam machten Cerny, der Amberger Baureferent und Stadtpfarrer Thomas Helm deutlich, wie erfreut und dankbar man über die Tatsache sei, dass sich mit Michael Fellner ein Amberger dazu bereitfindet, an dieser Stelle hoch über den Dächern Ambergs einen hohen Geldbetrag zu investieren, um eine in den Hang integrierte und somit kaum wahrnehmbare Gesamtanlage zu schaffen. Der Sachstandsbericht der Stadtverwaltung dazu lautet wie folgt:

„Die Bergwirtschaft auf dem Mariahilfberg wird zu einem Hotel mit 20 Zimmern ausgebaut. Diese verteilen sich auf das bereits bestehende Gebäude und einen Neubau. Das Bauwerk aus dem frühen 18. Jahrhundert wird dabei denkmalgerecht saniert und die Anbauten der letzten Jahrzehnte entfernt, so dass das Denkmal wieder in seiner ursprünglichen Form wahrnehmbar ist. Der Neubau wird in den Hang hinein gebaut und tritt von der Mariahilfbergkirche aus gesehen nicht in Erscheinung. Er erstreckt sich über zwei Geschosse, die sich nach Süden hin vollständig öffnen und über durchgehende Sonnenterrassen für die Gaststätte und für die Gästezimmer verfügen. Das Erdgeschoss beherbergt die gesamte Gastronomie inkl. eines Hochzeitssaals, der in seiner Größe variierbar ist und bis zu 160 Personen aufnehmen kann, sowie eine geräumige Toilettenanlage. Diese wird in ihrer Größe und Lage so geplant, dass eintreffende Pilger sie wie bisher mitbenutzen können. Im Untergeschoss sind hauptsächlich die Gästezimmer und ein Sauna/Massagebereich mit einem kleinen Atrium untergebracht. Das Landesamt für Denkmalpflege wurde an den Planungen beteiligt und stimmt der Maßnahme bei Einhaltung bestimmter Auflagen zu.“

OB Cerny war sichtlich verärgert über den „kanalisierten Shitstorm“, wie er die Äußerungen der Projektgegner bezeichnete. Natürlich, so Cerrny, begrüße man generell das Interesse der Bürger an der Stadtpolitik. Auch könne ein Bürgerbegehren möglicher Bestandteil der Bürgerbeteiligung sein. „Wer ein Bürgerbegehren initiiert, übernimmt aber auch eine große Verantwortung, dass er die Bürger korrekt informiert und nicht durch Mutmaßungen oder reine Vermutungen für unnötige Verwirrung und Verunsicherung der Bürger sorgt“, so der Oberbürgermeister. (gb)