Amberg: Das Ende einer Ära – Archivar Dr. Laschinger ist im Ruhestand

In Amberg geht eine Ära zu Ende. Der Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger geht in den Ruhestand.

Amberg: Kleine Stadtgeschichte, Amberg: Eine Stadt vor 100 Jahren, Amberg: die kurfürstliche Haupt- und Regierungsstadt der oberen Pfalz: Eine kleine Auswahl der Bücher, die der Historiker und Archivar Dr. Johannes Laschinger während seiner Zeit als Leiter des Amberger Stadtarchivs veröffentlicht hat.

Eine Zeit, die ihn sehr geprägt hat – die jetzt aber zu Ende ist. Denn seit einer Woche ist Dr. Laschinger im Ruhestand. Der Abschied fiel ihm alles andere als leicht, denn er habe 35 Jahre lang sozusagen mit einer Institution gelebt. „Da hängt man einfach mit Herzblut dran“, so seine Worte während des Interviews.

Gerne erinnert er sich an verschiedene Momente und Ereignisse während seiner langen Zeit als Leiter des Stadtarchivs. Woran er besonders gerne denkt: an die vielen Doktoranden, die im Archiv geforscht haben und die er betreut und begleitet hat.

„Das war einfach immer ein gutes und schönes Gefühl gewesen, wenn der Bearbeiter oder die Bearbeiterin dann nach Jahren fertig geworden ist mit der Arbeit und die Arbeit am Ende dann auch toll geworden ist.“

Gut und gerne erinnert sich der langjährige Leiter auch an den Umzug des Stadtarchivs – vom alten Gebäude in den historischen Schießlstadl. Ein Großereignis, das rund drei Jahre zurück liegt.

Wasserschaden im Amberger Stadtarchiv ein „Schock“

Während seiner Zeit im Amberger Stadtarchiv gab es jedoch nicht nur positive Ereignisse. Der wohl schmerzhafteste Einschnitt in seinen 35 Jahren als Leiter liegt noch nicht einmal zwei Monate zurück. Am 16. Februar gab es plötzlich einen großen Wasserschaden im Archiv – durch eine geplatzte Leitung. „Ich mache mir da immer noch meine Gedanken, der Schock ist nach wie vor noch nicht überwunden“, so Dr. Laschinger.

Worüber er sich zudem Gedanken macht: Wie es wohl gewesen wäre, wenn es Corona nicht gäbe und es eine richtige Abschiedsfeier gegeben hätte. „Das ist schon schade, dass eine große Abschiedsfeier nicht möglich ist. Da hätte ich mit Sicherheit nochmal den ein oder anderen Weggefährten der vergangenen 35 Jahre getroffen“, bedauert der pensionierte Historiker.

Aber vielleicht kann diese Abschiedsfeier ja irgendwann nachgeholt werden. Doch wobei: auch wenn Dr. Laschinger dem Stadtarchiv in seiner Funktion als Leiter nun den Rücken zurückkehrt – ein endgültiger Abschied ist es ja nicht. Denn ein Wiedersehen wird es geben. Das hat er uns versichert. Denn Dr. Johannes Laschinger stehe auch in engen Kontakt mit seinem Nachfolger Dr. Andreas Erb. Zudem möchte er – trotz Ruhestand – die Archivarbeit nicht aufgeben. (cg)