Amberg: Die Woche der Wiederbelebung

50.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Im Ernstfall zählt dann jede Sekunde. Im Schnitt vergehen acht Minuten zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes. Nach 3-5 Minuten ohne Blutfluss, beginnt das menschliche Gehirn aber bereits unwiederbringlich abzusterben. Deshalb ist es tatsächlich eine Frage von Leben und Tod, dass Passanten in einer solchen Notsituation helfen. Um dafür zu sensibilisieren startet heute die Woche der Wiederbelebung.

Vom 14. bis 20. September wollen der „Berufsverband Deutscher Anästhesisten“ und die „Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ die Herzdruckmassage bei Herz-Kreislauf-Stillständen in Deutschland weiter verbreiten. In Amberg ist die Woche der Wiederbelebung eine Kooperation zwischen Klinikum und AOK. Christa Siegler, Direktorin der AOK-Amberg, erzählt sie habe keine Sekunde gezögert, als die Kooperation der AOK angeboten wurde. 50 Reanimationspuppen habe man dem Klinikum St. Marien in Amberg anschließend zur Verfügung gestellt.

Nachdem im vergangenen Jahr noch ein Flashmob auf dem Amberger Marktplatz organisiert wurde, steht die Woche der Wiederbelebung 2020 unter schwierigeren Vorzeichen. Corona-bedingt wird es keine großen öffentlichen Veranstaltungen geben. Dennoch sei es wichtig über andere Wege und Kanäle auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn: Auch in Zeiten der Corona-Pandemie ist es unabdingbar im Ernstfall zu helfen, wie Jens Schlör erklärt, Facharzt für Anästhesiologie, Notfallmedizin und Intensivmedizin am Klinikum St. Marien. Wie wichtig das Thema sei, zeige auch ein Blick auf die Laienreanimationsquote, so Schlör. Während in Skandinavien besagte Quote bei bis zu 80% liege, hinkt Deutschland mit 40% derzeit im internationalen Vergleich noch etwas hinterher. Allerdings: Die Tendenz der vergangenen Jahre zeige einen Aufwärtstrend hierzulande.

Mehr Informationen rund um das Thema Reanimation und die Woche der Wiederbelebung finden Sie online unter www.einlebenretten.de.

(ac)