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Amberg: Ein Zuhause für Schwerkranke

„Ninos Kinderhaus“ in Amberg/Gailoh – so lautet in Zukunft die Adresse für bis zu neun Kinder und Jugendliche. Für besondere Kinder und Jugendliche. Für intensivpflegebedürftige Kinder und Jugendliche. Denn „Ninos Kinderhaus“ ist eine Einrichtung des Pflegedienstes Amicus, der dort einmalig in der Oberpfalz schwer und unheilbar kranke Kinder und Jugendliche Tag und Nacht betreut.

In einer Wohngemeinschaft leben die Patienten dort. Pro zwei Patienten ist immer eine Pflegekraft im Einsatz. Sie sollen in Ninos Kinderhaus ein möglichst normales Leben führen. Zusammen kochen, essen, trinken, spielen und auch feiern. Nicht nur ein Zuhause für schwerkranke Kinder, sondern auch eine Entlastung für die Eltern.

Denn die rund um die Uhr Pflege eines kranken Kindes könne an die Substanz gehen, sagt auch Andreas Scholz. Sein Sohn Leon ist einer der ersten, der in Ninos Kinderhaus einziehen wird. Leon ist 16 Jahre alt und schwer körperlich und geistig behindert. Während der Schwangerschaft kam es zu Komplikationen. Seither sei – so abgedroschen es auch klingen möge – nichts mehr so, wie es gewesen sei, sagt Scholz.

Die Pflege zerre an Körper und Geist. Wenngleich Leon ein fröhlicher Junge sei, der seiner Umgebung so viel Herzenswärme schenke, käme man doch irgendwann an seine Grenzen.

Eine Einrichtung, wo Leon gut aufgehoben sei, wo auch die Eltern jederzeit übernachten könnten, wäre eine enorme Erleichterung. Und das Team von Ninos Kinderhaus setzt alles daran, sagt Pflegedienstleitung Marina Lenk. Die Kinder sollen hier bestmöglichst versorgt werden. Mit Schulunterricht, Physiotherapie, Logopädie, pädagogische Therapie und vielem mehr.

Für die Eltern gibt es im Kinderhaus zwei gemütlich eingerichtete Appartments. Die würden ihnen jederzeit zur Verfügung stehen, sagt Gisela Schießl, Geschäftsführerin von Amicus. Denn die Eltern blieben die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder. Das sollten sie auch bleiben. Nur eben mit deutlich mehr Energie. (eg)