Oberpfalz: Wie wird die Badesaison 2020 aussehen?

Abstand, Besucherbegrenzung und Online-Reservierung – so könnte die Lösung für bayerische Freibäder aussehen. Ab Pfingsten heißt es nämlich wieder Badespaß im Freien. Doch dabei müssen die vom Freistaat verhängten Kontaktbeschränkungen und Regelungen eingehalten werden. Doch klare Regeln für Freibäder gibt es bis dato noch nicht. Jedoch erstellte die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. ein Regelwerk. So heißt es beispielsweise:

• Für längeres Anstehen soll es Abstandsmarkierungen geben.
• Die Besuchermenge soll überwacht und die Flächen und Gerätschaften „sehr häufig“ desinfiziert werden.
• Sammelumkleiden bleiben ggf. geschlossen.

In Erbendorf im Landkreis Tirschenreuth werden derzeit die Becken aufbereitet und der Rasen gemäht. Doch wann hier geöffnet werden kann ist unklar. Gerade wird ein Konzept überlegt. Positiv sei laut Bürgermeister Johannes Reger (CSU), dass im vergangenem Jahr das Kassensystem verändert worden sind. Somit könne die Zahl der Besucher gezählt und kontrolliert werden. Zudem würde es im Freibad eine gute Struktur an den Beckenrändern mit den Liegen geben.

Insgesamt sei es wichtig, sich mit den Gemeinden im Umland zu verständigen und eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Die Entscheidung in Erbendorf wird wahrscheinlich erst Mitte Juni getroffen werden. Am 22. Juni ist die nächste reguläre Sitzung des Stadtrates anberaumt. Bis dahin soll ein Konzept entwickelt worden sein und darüber entschieden werden wie und ob das Freibad öffnen wird.

In Tirschenreuth habe man Bauchweh beim Gedanken der Wiedereröffnung, so Bürgermeister Franz Stahl (CSU). Für ihn stehe ganz klar der Infektionsschutz vor dem Freizeitspaß. Stahl ist von der Regierung enttäuscht. Nun liege der Schwarze Peter ganz klar bei den Kommunen. Denn sie müssen sich um die Wiedereröffnung kümmern. Wie es in Tirschenreuth weiter geht, werde sich heute Abend bei der Stadtratssitzung entscheiden – so Stahl.

(sh)

+++ Update 29. Mai: Freibad in Tirschenreuth bleibt geschlossen +++

Das Freibad in Tirschenreuth bleibt für die Badesaison 2020 geschlossen. Das hat der Tirschenreuther Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung mit einer Mehrheit von 12 zu 9 Stimmen beschlossen.

Die Sicherheit kann nicht gewährleistet werden. Somit stehe ich zu 100 Prozent hinter dieser Entscheidung, hat doch für mich persönlich im Hinblick auf die aktuelle Pandemie-Situation der Schutz des Lebens und der Gesundheit nicht nur der Badegäste, sondern aller Bürgerinnen und Bürger weiterhin höchste Priorität.

(Franz Stahl, Bürgermeister Tirschenreuth)

Stadtwerke-Leiter Thomas Kraus hat in der Stadtratssitzung das hohe Risiko für die Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter – auch mit einem Hygiene- und Schutzkonzept-, das mit einer generellen Öffnung des Freibads einhergehen, vorgestellt. Aktuell, infomierte Thomas Kraus, lägen aber noch gar keine klaren Vorgaben zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen für das zwingend notwendige Konzept vor. Klar sei aber, dass die Stadtwerke alleine für die technische Vorbereitung des Freibades bis zu vier Wochen benötigen würden. Dazu kämen noch Unabwägbarkeiten wie die notwendige Bereitsstellung von zusätzlichem Personal – insbesondere im Hinblick auf Sicherheitkräfte und Reinigungskräfte – oder die Beschaffung von Hygienemitteln und Einbauten. Die deutliche Beschränkung der Besucheranzahl und die zwingend notwendige Erfassung der Kontaktdaten der Besucher könnten wahrscheinlich, führte der Stadtwerkeleiter weiter aus,nur mit einer Online-Reservierung der Eintrittskarten sichergestellt werden. Er könne ebenso jetzt schon mit Sicherheit sagen, dass bei einer eventuellen Öffnung dann in jedem Fall viele Attraktionen wie beispielsweise die große Rutsche, die Sprunganlage und die Schildkröte nicht zur Verfügung stehen würden. Ebenfalls nicht die Dusch- und Umkleidebereiche im Innenraum. Unter Abwägung aller Umstände spreche er sich, positionierte sich Thomas Kraus deutlich, aber ganz klar gegen eine Öffnung für die Öffentlichkeit aus, da die Gesundheit und Sicherheit der Besucher und Mitarbeiter an erster Stelle stehe.

Dennoch soll dem Tirschenreuther Schwimmclub im Freibad das Training ermöglicht werden. Dafür haben sich die Stadträte einstimmig entschieden. Ausschlaggebend dafür war das sehr gut ausgearbeitete Hygiene- und Schutzkonzept des Vereins, der vollverantwortlich für dessen Umsetzung sorgt. Die Stadtwerke stellen ein Schwimmbecken bereit und gewährleisten die Wasserqualität.

Au0erdem werden bereits erworbene Freibad-Saisonkarten und Gutscheine ihre Gültigkeit für die Saison 2021 behalten oder können wahlweise zurückgegeben werden. Die Rückgabe ist in den Geschäftsräumen der Stadtwerke in der Bahnhofstraße 17 möglich.