Amberg: Erfundener Notfall

Sie werde mit einem Messer bedroht. Das teilte eine Anruferin aus Amberg am 27. Dezember der Polizei per Notruf mit. Noch während die Streife auf dem Weg war wählte die Ambergerin den Notruf zwei weitere Male, um ihre Lage zu schildern.

 

Am vermeintlichen Tatort angekommen bot sich den Polizeibeamten allerdings ein ganz anderes Bild. In der Wohnung befand sich zwar die 56-jährige Anruferin samt Freundin, jedoch gaben beide an, dass es zu keiner Bedrohung gekommen sei.

 

Stattdessen lieferte die Anruferin einen anderen Beweggrund für den Notruf. Die Frau klagte über Bandscheibenschmerzen. Ein Arzt wäre ihr von der Rettungsleitstelle allerdings verwehrt geblieben. Durch den Notruf samt Bedrohungslage hatte die Frau gehofft, schneller an einen Arzt zu gelangen.

 

Über den von den Polizisten angeforderte Krankenwagen zeigte sich die deutlich alkoholisierte 56-Jährige allerdings auch nicht erfreut. Sie verweigerte jegliche Behandlung durch die Rettungssanitäter und auch im Krankenwagen wollte sie sich nicht transportieren lassen. Stattdessen waren die Rückenschmerzen weg und die Frau wollte bei ihrer Freundin in der Wohnung bleiben.

 

Der Polizei weißt in diesem Zusammenhang darauf hin, dass eine erfundene Notfallsituation wie eine Bedrohung durch ein Messer strafrechtliche Konsequenzen hat. Die Strafandrohung für einen Missbrauch von Notrufen sieht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor. (ms)