Amberg: Mutmaßlicher Brandstifter gefasst

Mutmaßlicher Brandstifter gefasst

Die Brandserie im Amberger Ortsteil Dreifaltigkeit ist anscheinend geklärt. Der mutmaßliche Täter ist laut Polizeiangaben bereits in der vergangenen Woche festgenommen worden. Gegen ihn ist Haftbefehl erlassen worden.

Der 52-jährige Mann hat eine Reihe von Taten zugegeben. Dazu zählt auch der Brand eines Reifenstapels, der auf ein Autohaus in der Nähe des Gregor-Mendel-Gymnasiums übergegriffen hatte. Der Sachschaden beläuft sich allein in diesem Fall auf rund eine halbe Million Euro. Ihm werden insgesamt 13 Sachbeschädigungen und Brandlegungen zur Last gelegt.

Gerhard Huf, Leiter der Kripo Amberg sagte, dass die Polizei alle Register gezogen habe, um die Brandserie aufzuklären. Die Verunsicherung der Bewohner des Dreifaltigkeitsviertels sei nämlich enorm gewesen.

(tb)

Hintergrund und Maßnahmen der Kriminalpolizei Amberg:

Bereits seit dem 23. März 2020 ist es im Amberger Stadtteil Dreifaltigkeit immer wieder zu Brandlegungen und Sachbeschädigungen gekommen.  Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg arbeitete seitdem intensiv an der Aufklärung der Serie und hat dazu eine Ermittlungsgruppe gegründet. Mit einem Fahndungsvideo und -bildern wurde nach einer tatverdächtigen Person gesucht. Für Zeugenhinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wurde außerdem eine Belohnung ausgesetzt.

Insgesamt 13 Taten wurden bisher verzeichnet. Was sich anfänglich darauf beschränkte, dass geparkte Fahrzeuge beschädigt wurden – durch zm Beispiel das Abtreten von Seitenspiegeln oder das Anzünden von Reifen – endete letztlich damit, dass auch Objekte in der Nähe von Gebäuden angezündet wurden. So wurde am 01. April ein Sichtschutzzaun an einem Lokal angezündet, was auch zu Schäden an dem Gebäude führte.

Außerdem wurde am 01. April auch ein Reifenstapel im Außenbereich eines Kfz-Gewerbebetriebes in Brand gesteckt. Das Feuer griff auf das Gebäude über, das in der Folge vollständig ausbrannte. Es entstand ein Sachschaden von mehreren hunderttausend Euro.

Ein weiterer Brand ereignete sich am vergangenen Osterwochenende. Am Karsamstag gegen 03.25 Uhr entdeckten Polizeibeamte der Operativen Ergänzungsdienste Amberg einen gelegten Brand in der Desingstraße und löschten diesen. Auch die Feuerwehr Amberg wurde sicherheitshalber hinzugezogen. Durch das Feuer wurden Gartengegenstände, wie Hochbeete und ein Grill beschädigt beziehungsweise zerstört.

Die Tatorte der Brände lagen in der Moritzstraße, der Desingstraße, der Holbeinstraße, der Raigeringer Straße, der Bäumlstraße und in der Sebastian-Münster-Straße. Der gesamte Sachschaden liegt bei über einer halben Million Euro. Ausschlaggebend für die hohe Summe ist vor allem der genannte Brand an einem Kfz-Gewerbebetrieb am 1. April. Die Schadenshöhen der anderen Taten lagen jeweils im drei- bis vierstelligen Bereich.

Ein weiterer Brand ereignete sich am Freitagabend, 17. April, gegen 22:50 Uhr erneut in der Moritzstraße. Müllsäcke, die in einem Müllhäuschen abgelegt waren, wurden in Brand gesteckt. Die herbeigerufene Feuerwehr konnt das Feuer schnell löschen, sodass lediglich ein Sachschaden von 50 Euro entstand, wie die Kriminalpolizeiinspektion Amberg berichtet.

Zeugenaufruf – Hinweistelefon

Die polizeiliche Präsenz im Stadtgebiet Amberg, insbesondere im Dreifaltigkeitsviertel, wurde deutlich erhöht. Die Ermittler haben auch dringend um Hinweise aus der Bevölkerung gebeten.

Öffentlichkeitsfahndung

Bei dem Brand des Kfz-Gewerbebetriebs am 1. April wurde eine tatverdächtige Person durch eine Videoüberwachungskamera aufgezeichnet. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Amberg wurde durch den zuständigen Richter ein Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung erlassen.

Anwohnerbefragung

Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat mit Unterstützungskräften außerdem eine Anwohnerbefragung durchgeführt. Die Beamten sind im Bereich des Dreifaltigkeitsviertels von Haustür zu Haustür gegangen, haben das Fahndungsvideo vorgezeigt und die Anwohner zu relevanten Beobachtungen befragt.

(vl)