Amberg/Grafenwöhr: Fortsetzung im „Rio-Prozess“

Der 2. Verhandlungstag im sogenannten Rio-Prozess ist mit Spannung erwartet worden. In dem Prozess geht es um einen schweren Raubüberfall auf ein älteres Paar in Grafenwöhr. Dieser war am 11. April 2015.

Am Vormittag wurden die beiden Töchter der Frau befragt. Eine der beiden Töchter konnte über den geplanten Verkauf der Gaststätte Rio Aussagen machen. Es habe Interessenten gegeben. Zu einem Verkauf ist es aber wegen des wohl hohen Preises nicht gekommen. Zudem machte sie Angaben, dass im Haus des damals noch nicht verheirateten Paares meist zwischen 20.000 und 30.000 Euro gelagert waren. Der Rentner sprach gar von 70.000 Euro, was die Tochter R. aber nicht glaubte. Eine richtige Buchführung hat es anscheinend nicht gegeben. So wird auch nicht genau herausgefunden werden können, wie viel Geld die Täter entwendeten. Die 2. Tochter hat kaum Kontakt zu ihrer Mutter und konnte deshalb wenig Angaben machen.

Am Nachmittag wurden dann die beiden Opfer vernommen. Der fast 92-jährige Mann war in Begleitung einer Ärztin. Ein ärztliches Attest hatte bestätigt, dass Lebensgefahr drohe, wenn er über das Geschehene berichten müsse. Während des Überfalls hatte der Mann einen Schlaganfall erlitten. Ihm drohe demnach bei großer Aufregung während der Befragung ein Herz-Kreislaufkollaps. Manchmal kurzatmig und mit stockender Stimme erzählte er von entwendeten 70.000 Euro. Ob er geschlagen oder gewürgt worden sei – daran könne er sich nicht mehr erinnern.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann allerdings wieder in Weiden.

(tb)