Amberg: Grammer steht kurz vor dem Verkauf

Es ist fast genau ein Jahr her, da wehrte sich die Belegschaft und die Vorstandschaft der Grammer AG aus Amberg gegen die Pläne der Firma Hastor. Die bosnische Investorenfamilie sorgte für Streiks, Aufruhr und ärgste Befürchtungen über die Zukunft des Unternehmens – und tatsächlich: alleine eine Diskussion um Hastor hatte zu enormen Umsatzeinbußen geführt.

Doch Hastor scheiterte mit seinen Plänen. Denn die Grammer AG holte ihren chinesischen Aktionär Ningbo Jifeng ins Boot. Der hielt damals etwa 11 Prozent der Aktien, erwarb schließlich aber insgesamt 25 % und drängte Hastor als Großaktionär in den Hintergrund.

Nun hat Ningbo Jifeng ein Übernahmeangebot abgegeben. Darin heißt es, Ningbo Jifeng zahle 60 € plus 1,25 € Dividende pro Aktie. Damit liegt der Wert des Unternehmens bei 772 Millionen Euro. Grammer hatte sich gestern in einer Pressemitteilung positiv zum Übernahmeangebot geäußert. Es ermögliche dem Automobilzulieferer aus Amberg und dem chinesischen Aktionär, ihren globalen Footprint zu optimieren und die globale Wachstumsstrategie zu sichern.

Die Übernahme ist allerdings noch nicht besiegelt. Aktuell liegt das Angebot vor. Der Vorstand hatte sich bereits positiv darüber geäußert. Es gehe jetzt darum, das Angebot zu prüfen und es behördlich zu genehmigen. (eg)