Amberg: Herausforderung Digitale Justiz

Antrittsbesuch des neuen Präsidenten des Oberlandesgerichts Nürnberg. Dr. Thomas Dickert hat heute das Land- und Amtsgericht Amberg besucht. Seit 1. April ist er im Amt.

Das Oberlandesgericht Nürnberg ist das zweitgrößte der drei bayerischen Oberlandesgerichte. In seinem Einzugsbereich leben mehr als drei Millionen Einwohner. Zum Oberlandesgerichtsbezirk Nürnberg gehören fünf Landgerichtsbezirke mit insgesamt 17 Amtsgerichtsbezirken, darunter eben auch Amberg.

Laut eigener Aussage ist Dickert stolz, dass Amberg in seinen Zuständigkeitsbereich falle. Amberg sei ein schöner und ausgereifter Justizstandort. Das Landgericht Amberg ist eines der ältesten Justizgebäude in Bayern.

Thema seines Besuchs waren die Verfahrenszahlen am Land- und Amtsgericht Amberg. Ca. 295.000 Menschen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Landgerichtsbezirks Amberg. 55 Personen sind am Landgericht beschäftigt, darunter 13 Richter. 2017 gingen 898 erstinstanzliche Zivilverfahren neu ein. Dazu kamen 88 Berufungsverfahren und 200 Beschwerden. Im Strafsektor gab es 2017 40 neue erstinstanzliche Strafverfahren und 136 Berufungen.

Am Amtsgericht Amberg waren es 1207 Klagen im Zivilbereich. Im strafrechtlichen Bereich waren es 621 neue Verfahren gegen Erwachsene und 287 Strafverfahren gegen Jugendliche.

101 Mitarbeiter sind es hier.

Es ist also viel zu tun im Justizwesen. Die Richter in Amberg seien laut Dickert auch signifikant über dem Durchschnitt belastet. Trotzdem gebe es keine Rückstände und überlange Verfahrensdauern. Umso wichtiger war es Dickert Danke zu sagen an die Mitarbeiter. Das Ziel seines Antrittsbesuchs heute war es deshalb auch die persönlichen Kontakte zu pflegen.

Weiteres Thema war die Digitalisierung, die auch vor der Justiz nicht Halt macht. Stichworte sind hier die elektronische Verwaltungsakte und die elektronische Gerichtsakte. Erstere gebe es in Amberg bereits seit 2017. Nach Anfangsschwierigkeiten laufe es nun gut, so Harald Riedl, Präsident des Landgerichts Amberg.

Die elektronische Gerichtsakte müsse dagegen noch umgesetzt werden, bis 2026 ist dafür Zeit. Das sei die größere Herausforderung. (sd)