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Amberg: Nach dem Koma zurück ins Leben

Eine Lawinenwarnung ließ den damaligen Landtagsabgeordneten Armin Nentwig hellhörig werden. Sein 24-jähriger Sohn Wolfgang wollte gerade zum Ski fahren aufbrechen, eben dorthin, wo vor Lawinen gewarnt wurde. Nentwig bat seinen Sohn, vorsichtig zu sein. Zwei Tage später wurde Wolfgang von den Schneemassen begraben. Er erlitt dabei ein erhebliches Schädel-Hirn-Trauma. Doch Hilfe fanden seine Eltern in ganz Deutschland nicht. Es gab kein Krankenhaus, das ihn dauerhaft behandeln konnte. Wolfgang starb fünf Monate später. Und sein Vater gründete den Verein Schädel-Hirnpatienten in Not. Das ist nun fast dreißig Jahre her. Seitdem hat er viel erreicht.

Etwa 100.000 Familien hat der Verein geholfen. 70 Regionalbüros gibt es. Die Büros seien gut vernetzt mit Reha-Kliniken und Betroffenen, schnelle Hilfe sei möglich. Die Oberpfalz habe hier Pionierarbeit geleistet und früh ein ganzheitliches Rehabilitationskonzept entwickelt. Am Bezirksklinikum in Regensburg gibt es nicht nur Früh-Reha sondern inzwischen auch eine betreute Wohngruppe.

Es soll ein Leben für die Schädel-Hirnpatienten möglich werden. Rehabilitation für Wachkoma-Patienten gab es vor dreißig Jahren nicht. Viel eher seien sie als Sterbende behandelt worden, als mögliche Organspender. Dabei seien Schädel-Hirn-Patienten zum großen Teil dem Leben näher als dem Tod, sagt Dr. Gerhard Weber, der Chefarzt am Bezirksklinikum in Regensburg war. Viele von ihnen würden aus dem Koma aufwachen und dann ein neues Leben beginnen. Ein anderes vielleicht, aber immerhin ein Leben. (eg)