Amberg/Oberpfalz: Kinder leiden unter Corona-Pandemie

Corona-Pandemie wird auch zur Belastungsprobe für Kinder – Eltern sollen trotzdem Kontakte (mit Abstand) ermöglichen

Ein unbeschwertes Leben – das wünschen sich die meisten Eltern für ihre Kinder. Die Kindheit soll eine Zeit der Freiheit und des Frohsinns sein. Deswegen versuchen viele Eltern, die Sorgen und die Tragweite der Corona-Pandemie von ihnen fernzuhalten. Und dennoch bekommen sie die Ausmaße davon direkt zu spüren: Die Schule entfällt, Ferien werden verlängert oder gestrichen, soziale Kontakte sollen beschränkt werden, Freizeiteinrichtungen werden geschlossen und nicht zuletzt passiert es dennoch, dass die bedrückten Eltern den Kindern ihren Frust spüren lassen.

Mehr Patienten bei Kinder- und Jugendpsychotherapeuten

Das merkt auch Sandra Reil. Sie ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin aus Amberg. Seit Beginn der Pandemie würden sich die Anfragen nach Sitzungen häufen, erzählt sie uns. Denn die Corona-Krise wirke wie ein Brennglas. Schwelende Familienkonflikte werden beispielsweise durch Homeschooling verschärft. Introvertierte Kinder ziehen sich jetzt noch mehr zurück, weil es keine Gründe mehr für Begegnungen gibt. Und Einzelkinder hätten nun kaum mehr eine Möglichkeit von anderen Kindern zu lernen.

Das bedrückt Eltern und Kinder gleichermaßen. Deshalb rät sie allen, trotzdem möglichst viel raus zu gehen und Kontakte zu haben – natürlich unter Einhaltung aller gebotenen Hygieneregeln. Für Jugendliche beispielsweise biete es sich auch an, Videokonferenzen zu machen. Kleine Kinder könnten auf den Spielplatz gehen und dort andere Kinder (mit Abstand) beobachten.

Eltern können andere Kinder nicht ersetzen

Außerdem sollten man es weitestgehend möglich machen, dass Kinder trotzdem in Kontakt mit anderen Kindern kommen. Das gehe beispielsweise unter der Einhaltung der neuen Kontaktbeschränkungen, indem ein Kind einen Freund zuhause besucht. Das allerdings bietet sich nur bei älteren Kindern an. Vor allem kleine Kinder können allerdings kaum ohne Eltern andere Kinder besuchen.

Außerdem sei vor allem für kleine Kinder körperlicher Kontakt sehr wichtig. Und der ist allerdings zur Zeit nicht förderlich. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder immer wieder mal umarmen oder anfassen. Insgesamt dürfen die Erwachsenen die Geduld nicht verlieren, sondern immer wieder Projekte für ihre Kinder schaffen und sie in den Alltag einbeziehen. (eg)