Oberpfalz TV

Amberg: Pestgräber liefern Überraschungsfunde

Auf dem Amberger Bürgerspitalgelände hat es diese Woche neue Ausgrabungen gegeben. Dr. Mathias Hensch hat mit seinem Team dabei ein Grab ausgehoben, in dem 6 Menschen bestattet worden waren. Und zwar auf dem Bauch liegen – unüblich für eine christliche Bestattung.

Hensch hat dafür eine Erklärung parat. Die Toten seien wahrscheinlich Mitte des 14. Jahrhunderts bestattet worden. Und zwar zu Zeiten, als in Amberg zahlreiche Menschen an der Pest starben. Die Pest sei im Mittelalter als Strafe Gottes angesehen worden. In den damaligen Vorstellungen könne die Seele eine am Bauch liegenden Toten direkt vom Teufel abgeholt werden.

Ungewöhnlich auch ein etwa 80 Zentimeter großes Einzelgrab, in dem eine Frau bestattet worden war. Ihre Beine wurden damals nach oben gebunden und wohl verschnürt begraben. Dieser Pesttoten wurde also die Möglichkeit genommen, ins Paradies zu gehen. Auch dies ein Hinweis auf die Pest, auf die Strafe Gottes.

Die Grabungen werden natürlich fortgeführt. Weitere Überraschungen sind dabei nicht ausgeschlossen. (tb)