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Amberg: Schlafsäckchen für Sternenkinder

Wenn Babys vor, während oder nach der Geburt sterben, dann werden sie Sternenkinder genannt. Ein liebevoller Begriff, hinter dem viel Trauer steckt. Er bedeutet, dass ein Kind stirbt, bevor es überhaupt richtig zu leben begonnen hat. „Eine Katastrophe für die Eltern.“, sagt Sandra Osso. Sie ist die Stationsleitung der Kinderintensivstation im Klinikum St. Marien Amberg.

Aber leider kommt das nicht selten vor. Karina Krupinska ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin im Klinikum St. Marien. Sie selbst hat Kinder sterben sehen und die Hilflosigkeit der Eltern miterlebt. Die Trauer ging ihr so nahe, dass sie nach Wegen suchte, den Eltern den Abschied zu erleichtern.

Ihre Idee: Schlafsäckchen, in die die Kinder gebettet werden können. Mit einem weichen Innenfutter und einem freundlichen, fröhlichen Stoff außen. Sie fertig die Schlafsäckchen gerne für jedes Kind individuell, auch mitten in der Nacht. Näht sie in ihrer Freizeit, bringt sie in Notfällen ins Krankenhaus. Sie hoffe, dadurch den Eltern ein bisschen der großen Trauer nehmen zu können. Ein würdevoller Abschied sei der Anfang der Trauerbewältigung und deshalb sehr wichtig.

Aber auch für Karina selbst ist das Nähen ein Ausgleich. Auch ihr spendet es Trost, wenn sie den Kindern, die es nicht geschafft haben, etwas mitgeben kann. Die Eltern bekommen ein Stoffherz mit dem selben Muster wie das Schlafsäckchen. Dieses Herz nehmen sie mit nach Hause und haben eine Erinnerung an ihre Kinder – an ihre Kinder, die vielleicht nur kurz blieben, aber trotzdem ihre Spuren hinterlassen haben. (eg)