Amberg/Speckmannshof: Photovoltaikanlage am Postweiher in der Diskussion

Idylle versus Energiewende: Eine geplante Photovoltaikanlage am Postweiher bei Amberg sorgt für heftige Diskussionen. Auch im Amberger Stadtrat.

Die Notwendigkeit ist jedem der Diskussions-Beteiligten klar: Am Postweiher in Speckmannshof bei Amberg soll eine sieben Hektar große Photovoltaik-Anlage gebaut werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Stadtwerke Amberg bei der Stadt Amberg gestellt. Dass es die Energiewende und solche Anlage brauche, darüber sind sich alle einig. Nur: der Standort sorgt für Kopfschütteln und Diskussionen. Denn das Feld, auf dem die Anlage gebaut werden soll, grenzt direkt an ein Wohngebiet und an ein Landschaftsschutzgebiet an. Zum Teil hat es nur etwa 10 Meter Abstand zu den Häusern am Postweiher.

Zudem ist es eine Hanglage und den Häusern quasi zugeneigt. Die Anwohner befürchten nun, dass das Naherholungsgebiet vor der Haustüre durch die Anlage zerstört werde. Allein der Anblick sei irritierend und dann bräuchte es ja auch Zufahrten, Wartungsarbeiten, die Fläche werde kurzfristig unbrauchbar für die Landwirtschaft, Tiere und Pflanzen würden aus ihrem Lebensraum vertrieben werden.

Die Stadt Amberg habe die Bauplätze am Postweiher außerdem vor etwa 15 Jahren damit beworben, dass man mitten in der Natur wohne. Jetzt würde diese Idylle zerstört werden. Darüber informieren die Anwohner auch auf ihrer Homepage www.am-postweiher.de.

Oberbürgermeister Michael Cerny sagte, dass er diese Bedenken schon verstehen könne. Allerdings sei es so, dass die Pläne für die Anlage dort noch nicht fix sind. Man stehe erst ganz am Anfang eines längeren Verfahrens, bei dem auch die Bürger intensiv beteiligt werden. Außerdem sei das Problem bei der Energiewende, dass sie ein jeder haben wolle, aber eben lieber nicht vor der eigenen Haustüre.

Amberg habe sich das Ziel gesteckt, klimaneutral zu werden und dafür brauche es einfach mehr solcher Anlagen und mehr Mut zur regenerativen Energien. Man wolle die Anwohner aber keinesfalls übergehen und habe deshalb frühzeitig über die Pläne der Stadtwerke informiert.

Auch im Amberger Stadtrat war man sich nicht einig, ob der Platz geeignet sei für eine Photovoltaik-Anlage. Einige Stadträte konnten die Anwohner verstehen und baten um die Prüfung von anderen Flächen. Letztendlich stimmte der Stadtrat aber mit sechs Gegenstimmen für die Einleitung eines Bebauungsplanaufstellungsverfahrens.

(eg)