Amberg: Staatsminister Albert Füracker im Kompetenzzentrum KWK der OTH

Staatsminister Albert Füracker informiert sich im Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung der OTH Amberg-Weiden über die aktuellen Entwicklungen. Denn das Zentrum forscht bereits seit 2012 an nachhaltigen und effizienten Formen der Energiegewinnung und -nutzung. Aktuell befindet sich die Energiebranche und damit auch das Energieversorgungssystem in einem Umwandlungsprozess.

Wir wollen unsere schöne Heimat Bayern erhalten und fortentwickeln. Nachhaltige und effiziente Energiegewinnung ist dafür ein wichtiger Baustein. Es freut mich besonders, dass wir in der Oberpfalz mit der OTH Amberg-Weiden einen Wissenschaftsleuchtturm haben, der sich diesem wichtigen Zukunftsthema widmet. Die Forschung am Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung ist ein hervorragendes Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Wissenschaft, öffentlicher Hand und Wirtschaft in Ostbayern.

(Albert Füracker, Bayerischer Finanz- und Heimatminister)

Auf dem Gebiet der Kraft-Wärme-Kopplung betreibt das Kompetenzzentrum in Amberg seit Jahren Spitzenforschung und durch die Kooperationen mit Kommunen und mit Partner aus der Industrie können die Forschungsergebnisse schnell in die Praxis umgesetzt werden. Die Kraft-Wärme-Kopplung ermöglicht durch die Verknüpfung des Strom- und Wärmesektors eine hohe Effizienz in der Energiewandlung. Der nächste Schritt dieser „Sektorkopplung“ ist nun die Wasserstofftechnologie.

Die Forschung zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Steigerung der Energieeffizienz ist einer unserer Schwerpunkte und gehört zu den Kernkompetenzen der OTH Amberg-Weiden. Uns zeichnet im Bereich der Energie eine Forschung und eine Entwicklung am Puls der Zeit, eine enorme Einwerbung von Drittmitteln, viele internationale Aktivitäten und ein intensiver Wissens- und Technologietransfer aus.

(Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin OTH Amberg-Weiden)

„Wasserstoff ermöglicht die Umwandlung von Strom in einen speicherfähigen Energieträger und ist damit das Bindeglied zwischen den Sektoren, das wir für die Energiewende dringend brauchen“, erläutert Prof. Dr. Markus Brautsch, wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK). „Wir registrieren ein starkes Interesse, die Technologie in die Anwendung zu bringen. Dazu stehen wir in engem Kontakt mit Kommunen und Stadtwerken in Bayern“.

Ein innovatives Projekt auf diesem Gebiet ist das Energy Lab in Haßfurt. „Das Stadtwerk Haßfurt ist bundesweit einer der Vorreiter in der Energiewende und betreibt eine Power-to-Gas-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Windenergie. Wir haben die Anlage in einem Forschungsprojekt jetzt mit einem innovativen Wasserstoff-Blockheizkraftwerk ausgestattet, über das sich der gespeicherte Wasserstoff bei Bedarf hocheffizient wieder in Strom und Wärme zurückwandeln lässt“, erklärte Raphael Lechner, Geschäftsführer des KoKWKs. Das Projekt in Haßfurt wurde als „BHKW des Jahres 2019“ ausgezeichnet. „Die Jury war vor allem von der hervorragenden Kooperation von Betreiber, Hersteller und Wissenschaft überzeugt, die uns als Technische Hochschule auszeichnet“, so Lechner.

Bei einer Live-Schaltung nach Haßfurt konnte Staatsminister Albert Füracker einen Einblick in die H2-Produktion gewinnen. Norbert Zösch, Geschäftsführer Stadtwerk Haßfurt, erläuterte die Besonderheiten der Anlage und ging auf die Vorteile für die Energiewirtschaft ein.

Welche Versuche aktuell im KoKWK in Amberg durchgeführt werden, zeigte Laura Weber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am KoKWK. Im Fokus steht derzeit der Betrieb von Blockheizkraftwerken verschiedener Leistungsgrößen mit Wasserstoffbeimischungen bis etwa 25 %, wie sie in den nächsten Jahren im Erdgasnetz zu erwarten sind. Schrittweise soll dann der Wasserstoffanteil bis auf 100 % erhöht werden. „Hierfür soll auch die Infrastruktur im Technikum mitwachsen“, erläuterte Weber.

Das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK) wird seit 2012 vom Freistaat Bayern gefördert und soll im kommenden Jahr in die dritte Projektphase gehen. Künftige Schwerpunkte sind neben Wasserstoff als Energieträger vor allem die Sektorkopplung, also das Zusammenwachsen von Strom-, Wärme-, Gas- und Mobilitätssektor mit der KWK als zentralem Bindeglied, sowie die hierfür notwendige Digitalisierung von Energiesystemen.

(Bild- und Textquelle: OTH Amberg-Weiden/Sonja Wiesel)

(vl)