Amberg/Tirschenreuth: Landwirte bangen um Zusatzrente

Sie sind bei Wind und Wetter draußen auf dem Feld – bleiben beim Thema Rente aber jetzt im Regen stehen. Für die 330 Menschen, die im Landkreis Tirschenreuth in der Landwirtschaft arbeiten, und die 50 Menschen, die in Amberg in der Landwirtschaft tätig sind, steht die betriebliche Zusatzrente auf dem Spiel. Davor warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Der Grund: Die Arbeitgeber haben den Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge zum Jahresende gekündigt.

Dabei sei die Extra-Rente eine enorm wichtige Säule in der Altersvorsorge der Landwirte, so Christian Lang, Bezirksvorsitzender der IG BAU Oberpfalz. Er ruft die Arbeitgeber dazu auf, die Kündigung zurückzunehmen.

Wer Kühe melkt oder Äcker pflügt, hat meist nur ein geringes Einkommen. Um im Alter nicht in die Armut zu rutschen, sind die Beschäftigten dringend auf die Zusatzrente angewiesen. Ein Sparen an der Zusatzrente ist ein Sparen am falschen Ende. Denn ohne solche Anreize wird die Suche nach Personal für landwirtschaftliche Betriebe noch schwieriger als bisher.

(Christian Lang, Bezirksvorsitzender der IG BAU Oberpfalz)

Gewerkschaftsmitglieder hätten zwar noch Ansprüche auf den Renten-Tarifvertrag über das Jahr 2020 hinaus, dennoch fordert die IG BAU eine verpflichtende Lösung für alle Beschäftigten in der Landwirtschaft.

Die Betriebsrenten werden vom Zusatzversorgungswerk für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft (ZLF) organisiert. Die Zahlung ist ein Muss für alle landwirtschaftlichen Betriebe. Denn die Regelung wird vom Bundesarbeitsministerium für allgemeinverbindlich erklärt. Für einen Beschäftigten macht die Extra-Rente nach 40 Beitragsjahren aktuell 52 Euro im Monat aus.

 

(Bild- und Textquelle: IG BAU)