Amberg: Umbau der Synagoge

Sie war eine der ärmsten Gemeinden Deutschlands: Die jüdische Gemeinde in Amberg. Erst 1894 konnte und durfte sie sich gründen. Denn seit der Vertreibung der Juden 1391 war das Judentum nicht mehr erlaubt. Als der sogenannte Matrikelparagraph abgeschafft wurde, änderte sich das. Aber für das Judentum in Amberg blieb die Gründung einer eigenen Gemeinde dennoch ein Kampf.

Erst durch die Unterstützung der Baronin Clara von Hirsch auf Gereuth entwickelte sich langsam das jüdische Leben in Amberg. Denn sie schenkte den Juden zwei Gebäude in der Salzgasse, wo eine Synagoge und Wohnungen eingerichtet werden konnten. 100 Mitglieder zählte die Gemeinde bei ihrer Gründung.

Doch nur wenige Jahre später wurden die Juden in Amberg Opfer des Nationalsozialismus. Sie wurden getötet, gefoltert, vertrieben und deportiert. Die Synagoge wurde beschädigt. Nur langsam erholte sich das jüdische Leben von diesem schweren Schicksal.

Doch es gibt noch ein jüdisches Leben. Noch heute ist die Synagoge dort in der Nähe der Stadtbibliothek. Doch mittlerweile ist sie in die Jahre gekommen. Umbaumaßnahmen sind nötig. Sowohl die Synagoge soll neu gestaltet werden, als auch das Gemeindezentrum saniert und instandgesetzt werden.

Darüber informierten heute der Gemeinderabbiner Elias Dray, Oberbürgermeister Michael Cerny und die ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger.

Im Mittelpunkt der Baumaßnahmen wird auch der Sensationsfund in der Amberger Synagoge stehen: die wohl älteste noch erhaltene Tora-Rolle der Welt. Sie ist 224 Jahre alt und derzeit in Sulzbach-Rosenberg im Museum ausgestellt. Allerdings soll der nicht mehr erhaltene Toraschrein der Sulzbach-Rosenberger nachgebaut werden und dann in Amberg aufgebaut – damit die Tora-Rolle endlich ein Zuhause hat – genau wie die jüdische Gemeinde, die trotz allem immer noch in Amberg zu Hause ist. (eg)