Weiden: Urteil im Schleuserprozess – Angeklagten erhalten Haftstrafen

Die beiden Angeklagten Florin M. und Darius M. hatten bereits am 5. Verhandlungstag vier der ihnen zu Last gelegten Fahrten gestanden. Dies, betonte die Verteidigung in ihren Plädoyers, müsse auch strafmildernd berücksichtigt werden. Zudem hätten die beiden diesen Menschen helfen wollen. Opfer seien sie nicht bei der Schleusung, sondern bereits in ihren Heimatländern geworden. Die Staatsanwaltschaft sah dies anders und war sich sicher, die beiden Angeklagten wären sich durchaus darüber bewusst gewesen, was sie taten und unter welchen unmenschlichen Umständen sie die Menschen transportierten. Eine Mitgliedschaft in der internationalen Schleuserorganisation stehe für die Staatsanwaltschaft außer Frage

Florin M. wurde in fünf Fällen wegen banden- und erwerbsmäßigen Schleusen zu fünf Jahren und sechs Monaten, Darius M. in vier Fällen zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Strafmildernd wirkte sich die Aufklärungshilfe von Florin M. aus, durch die bereits eine weitere Festnahme eines Hintermanns durchgeführt werden konnte. Es gab keine Erklärung der Verteidigung.

In einem Fiat Transporter wurden vergangenes Jahr mindestens 50 Flüchtlinge, hauptsächlich syrischer und irakischer Herkunft, über die Grenze nach Deutschland geschleust. Bis zu sieben Personen wurden dabei in ein kleines Versteck unter der Ladefläche gepfercht. Dort verbrachten sie die gesamte Fahrt von Arad an der rumänischen Grenze bis nach Deutschland. Rund 16 Stunden, ohne Wasser, ohne Pausen in denen sie hätten herausgelassen werden können. Für die Fahrt hätten die Flüchtlinge bis zu 10.000 Euro pro Kopf bezahlt. (ac)