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Amberg/Nürnberg: Juristisches Tauziehen um Grammer-Aktien

Die Uhr tickt. Nur noch acht Tage bis zur Aktionärsversammlung bei der Amberger Grammer AG. Nur noch acht Tage für den Grammer-Vorstand, alle Geschütze aufzufahren, um die geplante feindliche Übernahme durch die Investoren-Familie Hastor durch die Prevent DEV GmbH abzuwehren.
Heute nun stand eine weitere Etappe an. Ein Prozess vor der 3. Handelskammer des Landgerichts Fürth, ob die Einstweilige Verfügung gegen die Beteiligung eines strategischen Partners Bestand hat.
Die Preventgruppe hatte sich gegen den Einstieg der Chinesen bei Grammer juristisch gewehrt und per einstweiliger Verfügung zunächst die Ausgabe von stimmberechtigten Aktien an Ningbo Jifeng gestoppt. Die Vollstreckung dieser einstweiligen Verfügung ist dann per Gerichtsbeschluss vom 25. April außer Vollzug gesetzt worden – blieb aber faktisch noch bestehen. Damit konnten die Aktien sofort ausgegeben werden, ob das aber rechtens war, ist nach wie vor ungeklärt.
Prevent-Anwalt Franz Enderle hat heute erneut beantragt, die Einstweilige Verfügung aufrechtzuerhalten. Gegen den vorsitzenden Richter Alexander Walther, der die Verfügung außer Kraft gesetzt hatte, stellte er einen Ablehnungsantrag wegen Befangenheit. Verhandelt wurde aber trotzdem. Schließlich steht der Termin der Aktionärsversammlung kurz bevor.
Die Entscheidung will die 3. Handelskammer am Freitag um 12 Uhr verkünden.
Noch ist aber der Befangenheitsantrag gegen den Richter offen und egal wie die Entscheidung am Freitag ausfallen wird – der Prevent-Anwalt hält die Rechtmäßigkeit des Aktiendeals für unwirksam. „Daran wird sich auch nichts ändern“, kündigte Franz Enderle heute gegenüber OTV an. (gb)