Auerbach: 100 Jahre Freistaat Bayern

„Jedes Menschenleben soll heilig sein!“ – Mit diesen Worten hat Kurt Eisner am 8. November 1918 den Freistaat Bayern ausgerufen. 100 Jahre ist das her. Bei einem Empfang der SPD-Landtagsfraktion in Auerbach nutzte der Vorsitzende Markus Rinderspacher die Gelegenheit um einen Bogen zu heute zu spannen. Wie hoch ist die Wertschätzung der Demokratie heute? Und die wichtigste Frage: Wie können die Menschen dazu gebracht werden, das Vertrauen in die Demokratie zurück zu gewinnen?

Die Seele des Freistaats sei laut Rinderspacher mit der SPD verwoben. Kurt Eisner rief den Freistaat Bayern aus – nach 738 Jahren kam das Aus für die Monarchie. Die Bedeutung für die Menschen damals war enorm. Es kam das Wahlrecht für alle, eine Begegnung aller Menschen auf Augenhöhe, unabhängig von gesellschaftlichem Stand oder Geschlecht. Zuvor besaßen lediglich 17 Prozent der Bevölkerung dieses Wahlrecht.

Wilhelm Högner hat die Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, mit dem Ziel für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenrechte einzustehen. So viel zu damals. Doch wie sieht heute aus? Vertrauen die Menschen heute noch in die Demokratie? SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher meint dazu: Das Ergebnis der Bundestagswahlen und die Tatsache, dass jeder achte Bürger in Deutschland die AfD gewählt habe, sprächen für sich. Seine Lösung: Wieder mehr Demokratie wagen. Heißt: Die Menschen müssen nach Meinung der SPD-Landtagsfraktion wieder mehr direkt in die Politik eingebunden werden. Ein Beispiel: open basecamps. Und es muss auch wieder mehr an Demokratie erinnert werden. Aus diesem plädiert die SPD auch für einen einmaligen Feiertag am 8. November in diesem Jahr. Denn, die Demokratie sei nach wie vor die beste Staatsform. Und daran zu erinnern, das sei die Aufgabe der SPD – besonders in diesem Jubiläumsjahr.

(sd)