Bayern: 100 Teststationen im Freistaat

„Wir brauchen mehr Testkapazitäten!“- das hat Ministerpräsident Dr. Markus Söder heute betont. Auf einer außerplanmäßigen Ministerratssitzung haben sich die Politiker mit den Themen der steigenden Infektionszahlen, der Reiserückkehrer und dem nahenden Schulstart beschäftigt.

„Corona wird von Tag zu Tag gefährlicher“
Deshalb sollen die Testkapazitäten weiter ausgebaut werden: Aktuell sind Teststationen an drei grenznahen Autobahn-Raststätten, an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen und an den Bahnhöfen München und Nürnberg aufgebaut und in Betrieb. Dabei fällt laut Söder auf, dass die Positiv-Rate der Tests bei den Reiserückkehrern, die mit dem Auto oder der Bahn unterwegs sind und damit aus Nicht-Risikogebieten kommen, höher ausfällt. Jetzt sollen Doppeltests auf Dauer etabliert werden, so Söder. Das bedeutet, dass der erste Test an der Grenze erfolgt und diesem nach fünf bis sechs Tagen ein zweiter Coronatest zuhause folgt.

Um dies zu gewährleisten, werden bis Ende August insgesamt 100 weitere Teststationen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten im ganzen Freistaat aufgebaut. Auch die Testkapazität wird weiter erhöht: Aktuell sind täglich 55.000 Coronatests möglich. Bis Ende August sollen 200.000 Tests pro Tag das Ziel sein, so der Ministerpräsident.

Der Ministerrat beschließt, in jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis ein „Bayerisches Testzentrum“ umgehend einzurichten, in dem sich jeder kostenlos testen lassen kann. Damit weitet der Freistaat sein Testangebot erneut aus und gewährleistet ein flächendeckendes Testangebot, das auch für die Reihentestungen von Lehrkräften und Schulpersonal sowie Erzieherinnen und Erziehern am Ende der Sommerferien genutzt werden soll.

(Quelle: Pressemitteilung Bayerische Staatskanzlei)

Außerdem werden die Reihentests in Alten- und Pflegeheimen sowie in Betrieben fortgesetzt. Die Saisonarbeiter sollen nun verpflichtend schon vor dem Antritt der Arbeitsstelle getestet werden.

„Echter Balanceakt zwischen der Wahrung der Gesundheit und dem Bildungsauftrag“
Das Ziel für den Schulunterricht sei ein regelmäßiger Unterricht, so Söder. Es werde aber auch nach den Sommerferien keinen normalen Schulbetrieb geben. Bisher steht fest: Es wird eine Maskenpflicht in den Schulen bis zum Unterricht geben, ob es eine Maskenpflicht auch im Unterricht geben wird, wird sich am 1. September klären. Da werden sich die Minister zusammen mit Eltern, Lehrern und Schülern erneut beraten.

Bis zum Schulbeginn gehe es jetzt laut Söder damit weiter, die Möglichkeit zur räumlichen Distanz herzustellen, die Digitalisierung voranzutreiben und den Trasnport der Schüler zu organisieren.

Vier-Stufen-Plan für die Organisation der Schule
Kultusminister Dr. Michael Piazolo hat ein Vier-Stufenmodell für den Unterricht vorgestellt:

Unter 20 Inzidenzfällen pro 100.000 Einwohner: Regelunterricht
Mehr als 20 Inzidenzfälle: Maskenpflicht im Unterricht
Mehr als 35 Inzidenzfälle: Wechselunterricht
Mehr als 50 Inzidenzfälle: Fernunterricht

Skepsis zur Fußball-Bundesliga
Ministerpräsident Söder ist weiterhin skeptisch, was den Start der Fußball-Bundesliga mit vollen Stadien betrifft. Aktuell könne er sich das nicht vorstellen. Das Kabinett wird sich mit dieser Frage allerdings in der letzten Augustwoche beschäftigen.

(vl)