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Bayern: „Aktionsplan Wolf“ beschlossen

Verhaltensauffällige Wölfe dürfen abgeschossen werden: Das hat das bayerische Kabinett heute beschlossen. Im Rahmen der Maßnahmen für mehr landwirtschaftlich verträglichen Umweltschutz wurde der Aktionsplan Wolf beschlossen.

Der beinhaltet, dass trotz des bestehenden Artenschutzes einzelne Wölfe „entnommen“ werden können. Wörtlich heißt es darin:

„Um die Gefahr für die Bevölkerung, aber auch für Tiere auf ein Minimum zu reduzieren, soll durch den Bayerischen Aktionsplan Wolf die Größe der Wolfspopulation auf das artenschutzrechtlich Erforderliche begrenzt werden.“

Die Weidehaltung in Bayern sei zu schützen. Sie müsse auch trotz Wolf ohne „unzumutbare Mehraufwendungen“ möglich sein. Allerdings sei das oberste Ziel weiterhin, Präventionsmaßnahmen in Herdenschutzzonen zu errichten. Deshalb werde eine Förderung von präventiven Maßnahmen eingeführt. Allerdings sei das nicht immer möglich. Experten der Landwirtschafts- und Umweltverwaltung sollen in Zukunft gemeinsam entscheiden, wo ein Abschuss eines Wolfes die einzige Möglichkeit zum Schutz der Herden darstellt.

Kritik an dem Aktionsplan folgte prompt. So sagt beispielsweise der SPD-Umweltpolitiker Florian von Brunn:

„Wir warnen die Staatsregierung hier ganz ausdrücklich davor, europäisches Naturschutzrecht zu brechen. (…) Wie Experten bestätigen, besteht die Beute des Wolfs zu 90 Prozent aus Schalenwild, also vor allem Rehen. Damit trägt der Wolf zu einem gesunden natürlichen Gleichgewicht bei.“

Der Aktionsplan Wolf sei reine Panikmache und diene ausschließlich dem Wahlkampf. Die CSU scheine eher den Lobbyinteressen zu folgen, als dem Umwelt- und Tierschutz, heißt es von Seiten der SPD.

(eg)