Bayern/Amberg: Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Mit den Warnstreiks im öffentlichen Dienst kämpft die Gewerkschaft ver.di derzeit für bessere Konditionen für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen. Heute haben die Warnstreiks auch die nördliche Oberpfalz erreicht. Betroffen waren viele städtische Betriebe wie in Tirschenreuth, Schwandorf oder Amberg. Aber auch bei den Kliniken Nordoberpfalz oder dem Zweckverband Steinwaldgruppe wurde die Arbeit niedergelegt.

Bereits um 8.30 Uhr heute Morgen ging es für die Streikenden los. Vom Dultplatz in Amberg aus startete einer von insgesamt 15 Bussen in Richtung Nürnberger Kornmarkt zur zentralen Warnstreikkundgebung für Nordbayern.
Mit den Warnstreiks soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Die Gewerkschaft ver.di fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn. Zudem soll Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung eine Übernahmegarantie zustehen.

Auch morgen werden die Warnstreiks in der Oberpfalz fortgesetzt. So ist beispielsweise am St. Anna Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg eine Protestaktion geplant.

(ms/ Videoreporter: Alfred Brönner)

Hier die offizielle Pressemitteilung von ver.di Bezirk Oberpfalz

„Die Stimmung ist großartig!“ berichtet Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz) „Wir waren mit 15 Bussen in Nürnberg und können aus allen betroffenen Dienststellen und Betrieben berichten, dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Interessen einzutreten und zu streiken. Öffentliche Einrichtungen sind in der Oberpfalz durch die ganztägigen Warnstreiks stark beeinträchtigt (Beispiel: Weidener Thermenwelt – siehe Foto). Die Beschäftigten sind sauer über die öffentlichen Arbeitgeber. Anstatt Wertschätzung für die Arbeit der Beschäftigten mit einer vernünftigen Lohnerhöhung zu honorieren, spielen sie auf Zeit und mauern“ so Gröbner weiter.

Von den Warnstreikaktionen waren laut ver.di u. a. heute betroffen:

Zweckverband Steinwaldgruppe, Betriebsteile der Kliniken Nordoberpfalz AG (z. B. Krankenhaus Tirschenreuth, Waldsassen, Neustadt, Kemnath und NEW LIFE, Technik), Stadt Tirschenreuth, Stadtwerke Tirschenreuth, Bundeswehrdienstleistungszentrum Amberg (u. a. mit den Standorten Amberg, Weiden, Grafenwöhr), Markt Wernberg, Stadt Weiden mit Verwaltung, Stadtgärtnerei und Bauhof, Stadtwerke Weiden mit Klärwerk, Verwaltung, Wasserwerk, Werkstatt und Freizeitzentrum WTW, Sparkasse Oberpfalz Nord, Agentur für Arbeit Weiden mit Servicecenter, Jobcenter Weiden-Neustadt, Stadt Teublitz, Sparkasse Schwandorf, Stadt Schwandorf, Landratsamt Schwandorf, Stadtwerke Burglengenfeld, Sparkasse Amberg, Klärwerk Theuern, Stadt Amberg mit Verwaltung, Bauhof und Gärtnerei, Stadt und Stadtwerke Sulzbach-Rosenberg, Jurawerkstätten Sulzbach-Rosenberg, Stadt und Stadtwerke Neumarkt i. d. OPf., Agentur für Arbeit Regensburg, Jobcenter Regensburg, Wasser- und Schifffahrtsamt Regensburg, Stadt Regensburg (mit Verwaltung, Klärwerk, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Bauhöfe, Gartenamt, Poststelle, Stadtbücherei, Jugendamt usw.), REWAG und REWAG Netz GmbH, Theater Regensburg, MedBo, Regensburger Fuhrparkservice GmbH (RFG), Landratsamt Regensburg, Mark Lappersdorf

„Damit war die Oberpfalz flächendeckend vom Warnstreik betroffen. Heute haben sich alleine in der Oberpfalz rund über 1.000 Beschäftigte unseren Warnstreik angeschlossen (davon sind ca. 800 mit unseren Bussen nach Nürnberg gefahren). Damit ist es gelungen, ein klares Signal nach Potsdam zu schicken“ so Gröbner weiter

Die öffentlichen Arbeitgeber hätten es in der Hand mit einem kompromissfähigen Angebot schnell diese Tarifauseinandersetzung zu beenden und die Folgen für die Bürgerinnen und Bürger abzuwenden.