Bayern: Das Kreuz mit dem Kreuz

In jeder staatlichen Behörde in Bayern soll zukünftig ein Kreuz hängen. Das hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gestern bekannt gegeben. Das Kreuz sei ein Bekenntnis zur „Identität“ und „kulturellen Prägung“ Bayerns. Mitnichten soll es als religiöses Symbol des Christentums stehen. Deshalb sollen die Kreuze innerhalb der Behörden im Eingangsbereich platziert werden. Ein an sich neutraler Raum, der deutlich mache, dass diese Verordnung nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoße, sagte Söder.

Markus Söder begründet auf Twitter seine Verordnung so:

 

Für seine Verordnung hagelte es Kritik und Häme von allen Seiten. Unter anderem schrieb der Bund für Geistesfreiheit München:

Das ist eine Kampfansage an alle Demokraten, egal welcher Überzeugung und Weltanschauung. Wir fordern die bayerische Staatsregierung auf den Beschluss zurückzunehmen. Ansonsten werden wir als Humanisten und Konfessionsfreie alle Mittel einsetzen, um das Anbringen von Kreuzen zu verhindern.

Außerdem verstoße diese Verordnung gegen die Verfassung. Dr. Markus Söder scheint nämlich mit dem Aufhängen der Kreuze eine Staatsreligion verankern zu wollen.

 

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindern twitterte deshalb:

 

Auch der Generalsekretär der BayernSPD und Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch kommentierte die Diskussion auf Facebook.

In meinem Büro stehen ein #Kreuz, ein #Buddha und zwei #Koransuren. Ich habe den Eindruck, dass sie sich richtig gut…

Gepostet von Uli Grötsch am Dienstag, 24. April 2018

 

(eg)