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Bayern/Tschechien: (Fast) filmreife und gefährliche Flucht

Er flüchtete durch die Oberpfalz und durch Oberfranken. Erst in Tschechien fand die Flucht eines 28-jährigen Tschechen ein Ende. Der Mann prallte gegen einen Betonstrommast und verletzte sich dabei leicht.

Am Sonntagmorgen gegen 6:30 wurde der oberfränkischen Polizei ein Geisterfahrer gemeldet, der auf der Autobahn bei Marktredwitz in südlicher Richtung unterwegs war. Die Polizei reagiert sofort – doch Blaulicht, Martinshorn und Anhalteaufforderungen beeindruckten den Mann nicht und er fuhr in falscher Richtung weiter.

Mit einem riskanten Wendemanöver auf Höhe der Anschlusstelle Windischeschenbach versuchte der Falschfahrer schließlich die Polizei abzuschütteln. Er wendete hier und verließ die Autobahn in Richtung Tschechien – konnte allerdings kurz darauf wieder von der Polizei entdeckt werden, die versuchte ihn aufzuhalten. Parallel dazu kontaktierte die Einsatzzentrale über das Gemeinsame Zentrum der deutschen und tschechischen Polizei in Schwandorf die Polizei in Tschechien.

Bei Bärnau sollte der Tscheche schließlich mit Hilfe einer Straßensperre der Bundespolizei Waidhaus gestoppt werden. Doch anstatt anzuhalten fuhr der 28-Jähriger mit hoher Geschwindigkeit auf die Sperre zu und lenkte laut Pressemitteilung der Polizei sein Fahrzeug gezielt in die Richtung eines besetzten Streifenfahrzeugs. Die Bundespolizisten konnten sich nur noch durch ein Ausweichmanöver retten.

Der Mann flüchtete über die tschechische Staatsgrenze. Dort nahmen auch mehrere Streifen der örtlichen tschechischen Polizeidienststellen die Verfolgung auf. In der Nähe von Eger fand der spektakuläre Fluchtversuch des Tschechen jedoch sein Ende: Er verlor die Kontrolle über seinen VW Golf und stieß alleinbeteiligt gegen einen Betonstrommast. Dabei verletzte er sich leicht. Auch noch bei der Festnahme leistete der Flüchtige noch erheblichen Widerstand.

Bei der anschließenden Kontrolle des Mannes wurden eine Vielzahl von Straftaten festgestellt: Sein Auto war nicht zugelassen, weswegen er ein deutsches Kennzeichen eines anderen Autos montiert hatte. Außerdem stand der 28-Jährige unter dem Einfluss von Amphetamin. Zudem besteht gegen den Tschechen bereits eine rechtskräftige Ausweisungsverfügung. Der Mann hätte sich also nicht in Deutschland hätte aufhalten dürfen. Dazu wird sich der Mann gegen seine strafbaren Handlungen bei seiner Flucht verantworten müssen. Wegen dem gefährlichen Fahrmanöver an der Straßensperre der Bundespolizei ist etwa gegen den Tschechen ein Strafverfahren wegen eines Verbrechens des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet worden.

 

In der Pressemitteilung lobte die Polizei die gute Zusammenarbeit der Polizei:

„Der Ablauf dieses Polizeieinsatzes zeigte einmal mehr, dass die Zusammenarbeit zwischen der oberfränkischen und oberpfälzischen Polizei sowie der Bundespolizei sehr gut funktionierte. Aber auch die Kooperation mit den Polizeibehörden über die Staatsgrenze hinaus lief, insbesondere mit Unterstützung durch das gemeinsame Zentrum der deutschen und tschechischen Polizei in Schwandorf, reibungslos und ohne Probleme.“

 

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen sucht die Polizeiinspektion Marktredwitz nach Personen, die durch die rücksichtslose Fahrweise des Flüchtenden gefährdet oder gar geschädigt wurden. Zeugen können sich unter der Tel.-Nr. 09231/9676-0 melden. (nh/Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberfranken)

Bild: Polizeipräsidium Oberfranken