Bayernliga Nord: DJK Ammerthal – DJK Gebenbach (1:1) 5:3

Spektakuläres Derby in der Bayernliga Nord! Ammerthal und Gebenbach lieferten sich einen wilden Schlagabtausch – mit dem glücklicheren Ende für die Ammerthaler.

Es hatte im Vorfeld sehr viel versprochen, dieses erste Bayernliga Derby zwischen der DJK Ammerthal und der DJK Gebenbach seit dem 5:0 Auswärtssieg der Gebenbacher am 24. Oktober 2020. Die hohen Erwartungen an dieses Spiel wurden dann auch mehr als erfüllt. Der neutrale Zuschauer dürfte gestern Abend bestens unterhalten worden sein. Von Beginn an zeigte die DJK Gebenbach, in welche Richtung dieses Spiel laufen würde. Die Intensität, die die Koller-Truppe an den Tag legte, beeindruckte. Nicht nur den Zuschauer, sondern es schien auch so, als ob sich die Ammerthaler davon etwas beeindrucken ließen. Ungewohnte technische Fehler, wenig zu sehen von der Passstärke, die die Mannschaft bislang ausgezeichnet hatte, kurzum: Gebenbach kaufte Ammerthal hier eingangs ordentlich den Schneid ab! Das wurde auch relativ schnell belohnt. Bereits in der 5. Minute vollendete Fischer eine überragende Kombination der Gäste und traf eiskalt zur Gebenbacher Führung. Ammerthal fand auch danach nicht wirklich ins Spiel. Weil Gebenbach sie nicht ließ. Die Schaltzentrale der Hausherren mit Karzmarczyk und Bajrami war anfangs abgemeldet. Beide wurden jedes Mal schon bei der Ballannahme aggressiv gepresst. Hier und da auch über dem Rahmen des Erlaubten, aber nie wirklich unfair oder überhart. Im Laufe der Partie verließ Gebenbach aber immer mehr das Spielglück. Haller traf in der 11. Minute nur die Latte, den Nachschuss, den er versenkte, wertete der Schiedsrichter als Stürmerfoul. Fragliche Entscheidung. Auch in der 37. war er nochmal im Alupech, als bei seinem überragenden Freistoß nur Millimeter zum Tor fehlten. Die unglücklichste Szene der ersten Halbzeit aus Gebenbacher Sicht war aber die 22. Minute. Ein langer Ball in den Lauf für den pfeilschnellen Martin Popp, der ist vor dem herauslaufendem Nitzbon am Ball und wird dann vom Gebenbacher Keeper abgeräumt. Die Konsequenz: Rot wegen Notbremse für Nitzbon, Koller musste Jonczy für seinen Ersatzkeeper Veigl auswechseln und der war dann direkt beim fälligen Freistoß von Bajrami machtlos. Klasse getreten zum 1:1 Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit wurde es dann endgültig ein wildes, aber auch denkwürdiges Derby. Direkt aus der Kabine heraus traf Kohler für Gebenbach zur erneuten Führung (47.), die jedoch der eingewechselte Geiger postwendend wieder konterte mit seinem Treffer zum 2:2 Ausgleich (49.). Das gleiche Spiel gab es dann nur wenige Minuten später nochmal. Erst köpfte Biermeier nach Ecke Haller zum 2:3 ein (53.), bevor nur drei Minuten später Gömmel den erneuten Ammerthaler Ausgleich besorgte (56.). Anschließend war es dann ein offenes Spiel, weiter Gebenbach aber die bessere und agilere Mannschaft. Den beiden Keepern und der Chancenverwertung beider Teams war es dann zu verdanken, dass hier nicht weiterhin die Tore im Minutentakt fielen. Beide Teams in dieser Phase mit mehreren guten Gelegenheiten. Die Vorentscheidung fiel dann in der 85. Minute. Ammerthaler Eckball, Gebenbach bekam den Ball nicht geklärt und Popp war am Ende der Nutznießer. Sein wuchtiger Schuss zappelte zum 4:3 im Netz. In der 91. machte Ammerthal dann den Deckel drauf. Allerdings mit einem kleinen Beigeschmack, da Bajrami das Tor aus sehr abseitsverdächtiger Position vorbereitete.

Am Ende schlug Ammerthal Gebenbach in einem hochturbulenten Derby mit 5:3. Dass das für die Hausherren etwas schmeichelhaft war, sahen beide Trainer so. Koller war trotzdem stolz auf sein Team, Hutzler brachte es auf den Punkt. „Dieses Spiel haben wir nicht gewonnen, sondern Gebenbach verloren.“

(ac)