Beruflich erfolgreich in der Oberpfalz: Persönlichkeitstypen als Schlüssel zum Karriereerfolg

Jeder Mensch ist anders, das wissen nicht nur Psychologen. Trotzdem lassen sich bestimmte Persönlichkeitstypen erkennen, die immer wiederkehren. Wenn es um die Karriere geht, können Persönlichkeitstypen eine große Rolle spielen, denn sie können nicht nur beeinflussen, wie ein Mensch sich seinen beruflichen Weg vorstellt, sondern möglicherweise auch, wie gut oder schlecht er ihn tatsächlich zu beschreiten vermag. Macher oder Mitläufer, Influencer oder Loyalist, entscheidet der Persönlichkeitstyp tatsächlich darüber, wohin es beruflich gehen soll und wieviel Erfolg möglich ist? Ein kleiner Ausflug in die angewandte Psychologie der Arbeitswelt eröffnet interessante Denkansätze um Thema Persönlichkeitstypen und ihren Weg zur ganz großen Karriere.

Die Persönlichkeit eines Menschen ist das, was ihn in seinem Auftreten und seinem Verhalten in sozialen Interaktionen ausmacht. Sie macht ihn sozusagen einzigartig. Die Individualität eines jeden Menschen ist wohl einer der am weitesten verbreiteten und akzeptieren Grundgedanken der Psychologie. Was wäre aber, wenn Menschen gar nicht so individuell sind, wie immer angenommen wird? Wenn sie zwar alle ihre kleinen mehr oder weniger liebenswerten Eigenheiten besitzen, sich aber trotzdem im Hinblick auf gewisse soziale Parameter in Gruppen einteilen lassen, in denen sie Einer unter Vielen sind?

Muss das Rad neu erfunden werden?

Die Idee der Persönlichkeitstypen ist nicht neu. Eines der berühmtesten Werke zu diesem Thema verfasste zweifelsohne der berühmte Psychologe Carl Gustav Jung 1921 mit seinen Psychologischen Typen. Aber auch schon viel früher versuchten namhafte Wissenschaftler, Theoretiker und Philosophen, den Menschen anhand verschiedenster Merkmale zu klassifizieren. Die Vier-Säfte-Lehre, die Hippokrates schon Jahrhunderte vor Christi Geburt vertrat und die Galen im 2. Jahrhundert nach Christus in verschiedenen Aspekten noch einmal aufgriff, mögen ebenfalls als sehr frühe Vorläufer einer Idee der Persönlichkeitstypen betrachtet werden.
Heute gibt es zahlreiche Modelle, die sich mit der Klassifizierung von Menschen und menschlichen Persönlichkeiten nach unterschiedlichen Gesichtspunkten beschäftigen. Die Persönlichkeitsgruppen, in die die Menschen eingeteilt werden sollen, reichen von vier bis sechzehn und gehen zum Teil von sehr unterschiedlichen Ansätzen aus. Die beispielhafte Betrachtung von drei verbreiteten Modellen kann einen Eindruck davon vermitteln, wie unterschiedlich und doch artverwandt die Theorien der Persönlichkeitstypen ausfallen können.

1. Die Big Five

Die Big Five, auch als Fünf Faktoren Modell oder das Ocean-Modell bekannt, gehörte bislang zu den Vorreitern der Theorien im Bereich Persönlichkeitstypen. Die Grundlage der Theorie entwickelten bereits 1930 Louis Thurstone, Gordon Allport und Henry Sebastian Odbert. Die Wissenschaftler wählten einen lexikalischen Ansatz für die Entwicklung ihrer fünf Persönlichkeitstypen. Sie stellten die Theorie auf, dass Persönlichkeiten sich durch Aspekte unterscheiden, die alle in einem Begriff im Wörterbuch niedergelegt sind. Bei ihrer Analyse betrachteten sie all diese Begriffe und reduzierten sie auf grundlegende Faktoren, die sich kulturübergreifend anwenden lassen und die in späteren Jahren vielfach durch wissenschaftliche Studien untermauert wurden. Deshalb gelten die Big Five auch heute noch als wesentlicher Referenzpunkt der Forschung um Persönlichkeitstypen, ihre Anwendbarkeit und Auswirkungen.

Unter den Big Five sind die folgenden Persönlichkeitsaspekte zu verstehen:

Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus

In den letzten zwanzig Jahren der Persönlichkeitsforschung nahmen mehr als 3000 wissenschaftliche Studien Bezug auf die Big Five und unterstützen ihre Relevanz deshalb bis heute. Vor allem im Personalbereich finden die Big Five häufig Anwendung, um Bewerber in Persönlichkeitstypen einzuteilen und damit neben beruflicher Qualifikation auch die wesentlichen psychologischen Faktoren in einen Bewerbungsprozess miteinbeziehen zu können.
Im Internet finden sich detailliertere Informationen zur wissenschaftlichen Theorie des Big Five Modells. Es wird unter anderem im Personalbereich eingesetzt und bietet vor allem Führungspersonen und Personalverantwortlichen damit einen häufig genutzten Ansatz zur Beurteilung von Mitarbeitern und Bewerbern auf der Basis weicher Kriterien.

2. Vier neue Persönlichkeitstypen fordern die Big Five heraus

Eine ganz aktuelle Studie, die ein Team aus Psychologen und Biowissenschaftlern unter anderem von der North Western University im Fachmagazin Nature Human Behaviour veröffentlicht hat, will auf der Basis von umfangreichen Datenanalysen vier neue Persönlichkeitstypen herausgearbeitet haben. 1,5 Millionen Menschen nahmen an der Studie teil, die in Form von umfangreichen Online-Fragebögen durchgeführt wurde. Die vier Persönlichkeitstypen, die die Wissenschaftler durch die Auswertung der Fragebögen ermittelt haben wollen, heißen

„Durchschnittlich“, „Reserviert“, „Vorbild“ und „Selbstzentriert“.

Welche Art von Mensch jedem einzelnen Persönlichkeitstyp zuzuordnen ist, mag in gewissem Maße selbsterklärend sein. Der Einteilung liegen Persönlichkeitsmerkmale wie emotionale Stabilität, Aufgeschlossenheit, Kompromissbereitschaft, Durchsetzungsstärke, Geselligkeit und Zuverlässigkeit zugrunde. Mit ihrer erst am 17. September veröffentlichten Studie wollen die Wissenschaftler nicht nur viele Grundannahmen und Denkansätze seit der Zeit des Hippokrates als gegenstandslos enttarnt haben, sondern machen sich auch daran, das bisher sehr breit akzeptierte Modell der Big Five in Frage zu stellen.

3. Acht Persönlichkeitstypen als Erfolgsmodell

Ein ebenfalls junger Ansatz ist die Theorie der acht Persönlichkeitstypen des Jungunternehmers Philipp Kammerer.
Die Einteilung der Persönlichkeitstypen erfolgt auf der Basis von zwei Bewertungsskalen. Die erste Skala teilt Menschen zwischen introvertiert und extrovertiert ein. Die zweite Skala bewegt sich zwischen den Punkten kreativ und sensorisch. Beruhend auf diesen beiden Skalen lassen sich alle Menschen einem der folgenden acht Persönlichkeitstypen zuteilen:

Mechanic, Creator, Star, Supporter, Dealmaker, Trader, Accumulator, Lord

Der Blogger beschreibt die acht Persönlichkeitstypen im Detail, erklärt, welche Stärken und Schwächen jedem Typ anhaften und wie sie vor allem in der Geschäftswelt von Bedeutung sein können, weil sie den persönlichen Karriereweg beeinflussen. Mit bekannten Namen aus verschiedensten Branchen sparte der Jungunternehmer bei der Präsentation seiner Theorie nicht. So soll Marc Zuckerberg beispielsweise ein klassischer Mechanic sein, während Steve Jobs, Elon Musk und Bill Gates aufgrund ihres Persönlichkeitsprofils eher als Creator zu betrachten sind. Der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, ist nach Kammerers Theorie übrigens ein typischer Dealmaker.

Der kürzeste Weg zum Ziel muss nicht der richtige sein. (Quelle: Eluj (CCO-Lizenz) / pixabay.com)

Persönlichkeitstypen als Wegweiser zur Karriere

So unterschiedlich die verschiedenen Ansätze zur Bestimmung von Persönlichkeitstypen auch sein mögen, sie haben alle etwas gemeinsam: Sie sind ein Bereich der angewandten Psychologie, der sich besonders gut auf die Arbeitswelt anwenden lässt. Persönlichkeitstypen können aufzeigen, wie Menschen sich im geschäftlichen Leben präsentieren, welche Stärken und Schwächen sie haben und wie diese sich auf ihre ganz persönliche Karriere auswirken können.

Beruflicher Erfolg ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, sei es als Absicherung des Lebensunterhaltes oder als Ausdruck von Selbstverwirklichung und Selbstbestätigung. Das Thema Berufswahl und Karrieremöglichkeiten wird nicht nur zu besonderen Anlässen wie zum Beispiel dem Berufsinformationstag im Amberger Congress Centrum wichtig. Die meisten Menschen denken im Laufe ihres Lebens mehrfach darüber nach, wohin ihr beruflicher Weg sie führen soll und wie sie ihr selbst definiertes Ziel am besten erreichen können. Dass an dieser Stelle die Persönlichkeitstypen eine wichtige Rolle spielen können, darin sind sich wohl die meisten der verbreiteteren Theorien zu diesem Thema einig. Persönliche Stärken und Schwächen, Talente und Einschränkungen und die Sichtweise auf verschiedenste Dinge prägen den beruflichen Alltag ebenso wie den privaten.

Wer bereit ist, sich auf die Idee von den Persönlichkeitstypen einzulassen, mag erkennen, dass sich gewissen Orientierungshilfen, ja vielleicht sogar Handlungsmaximen daraus ableiten lassen. Jeder Persönlichkeitstyp hat eine andere Vorstellung von Karriere und beruflicher Erfüllung und ebenso hat jeder Persönlichkeitstyp wahrscheinlich einen anderen Weg vor sich, der ihn zu dem selbst gewählten Ziel führt. Nicht umsonst gehören Persönlichkeitsanalysen zu gerne und häufig eingesetzten Tools im Rahmen von Assessment-Centern.

Moderne Personaler haben längst erkannt, dass harte Faktoren wie die berufliche Qualifikation nicht mehr allein bestimmend sein können für die Eignung eines Bewerbers. Inzwischen werden weiche Faktoren, die so genannten Soft Skills mindestens gleichwertig berücksichtigt, vielfach haben sie bei der Auswahl potentieller Kandidaten für eine Neueinstellung sogar das größere Gewicht. Schlagworte wie Emotionale Intelligenz, Teamfähigkeit und Soziale Kompetenz haben das reine Leistungsdenken auf der Basis von Zeugnissen und Lebensläufen in vielen Branchen längst abgelöst. Papier ist geduldig, das soziale Geflecht eines Teams ist es häufig nicht.

Aus diesem Grunde mag das Prinzip der Persönlichkeitstypen durchaus ein ganz zentraler Orientierungspunkt auf dem Weg zur eigenen Karriere sein, und zwar sowohl im Hinblick au die Wahl der richtigen Karriererichtung als auch als Erfolgsrezept im Zusammenspiel mit Personalverantwortlichen, die als Entscheidungsträger am anderen Ende der Karriereleiter stehen. Wer seine Stärken kennt und sie gezielt ausspielt, kann beruflich sehr weit kommen. Das bedeutet aber auch, dass es nicht immer der kürzeste Weg zum Ziel sein muss. Der richtige Weg ist vielmehr der, der dem eigenen Persönlichkeitstyp entspricht und die individuellen Fähigkeiten als Wegweiser und Antriebshilfe nutzt.

Reduziert man die Theorie von den Persönlichkeitstypen auf dieses einfache Erfolgsrezept für den persönlichen Karriereweg, wird deutlich, dass selbst die unterschiedlichsten psychologischen Ansätze und Modelle einen gemeinsamen Kern haben, den jeder Mensch zur optimalen Gestaltung seiner beruflichen Laufbahn für sich nutzen kann.

(exb)

Quelle Titelbild:  OpenClipart-Vectors (CCO-Lizenz) / pixabay.com