Betriebe retten in der Corona-Krise – Finanz-Tipps für Unternehmer

Die Rettung des eigenen Betriebs beschäftigt derzeit viele Unternehmer. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sind bereits jetzt verheerend, zeigen sich aber vielerorts zeitverzögert. Mit welchen Einschnitten Firmen in den kommenden Monaten konfrontiert werden, bleibt abzuwarten. Folgende Tipps können die Existenzängste zwar nicht völlig nehmen, aber dennoch zu finanziellen Erleichterungen führen und die Situation entschärfen.

Liquidität gewährleisten und verbessern

Eines der größten Risiken für Unternehmen ist ein Mangel an Liquidität. Fehlen beispielsweise finanzielle Mittel, um Ware für neue oder laufende Kundenaufträge zu beschaffen, kann das den Verlust von Kundschaft bedeuten und erhebliche Umsatzeinbußen mit sich bringen. Lassen sich Reparaturen an produktionsrelevanten Maschinen nicht durchführen oder Steuernachzahlungen nicht bezahlen, sind die Folgen ebenso immens. In vielen Kleinbetrieben, Start-ups und bei Freiberuflern entstehen Liquiditätsengpässe nicht selten aufgrund von chaotischen Verhältnissen bei Buchhaltung, Rechnungsstellung und Zahlungsverkehr im Allgemeinen. Rechnungen werden nicht frühzeitig erstellt, Geldeingänge von Kunden bleiben unkontrolliert, auf ein Mahnwesen wird verzichtet und fällige Rechnungen an Zulieferer und Geschäftspartner bleiben offen.

Ein erster Schritt zur Optimierung der Zahlungsfähigkeit kann deshalb darin bestehen, Ordnung in die Finanzen zu bringen. Zunächst gilt es hierfür ein Geschäftskonto zu finden, dass sowohl die Buchhaltung mit Hilfe von Schnittstellen vereinfacht als auch zum Cash Management beiträgt, um die Liquidität zu sichern. Wie Banken den erhöhten Ansprüchen von Geschäftskunden gerecht werden, erläutert ein auf Finanzen spezialisiertes Ratgeberportal in einem aktuellen Kontenvergleich, der Leser bei Interesse direkt zu Anbietern weiterleitet, um ein favorisiertes Geschäftskonto eröffnen zu können. Unter anderem werden im Ratgeberteil definierte Zahlungsbewegungen zur Ausnutzung von Skontovorteilen, Zahlungsverkehrssysteme für beschleunigte Gutschriften und Schnittstellen mit SAP und DATEV thematisiert. Zur allgemeinen Verbesserung der Liquidität können außerdem folgenden Maßnahmen dienen:

  • Rechnungen direkt nach Leistungserstellung versenden!
  • Zahlungsziele für Käufer verkürzen!
  • Skonti als Motivation für zügige Zahlungen gewähren!
  • Inkassoverfahren bei Nichtzahlung von Rechnungen einleiten!
  • Margen erhöhen!
  • Abschlagszahlungen einführen!

Eine weitere effektive Möglichkeit, um Liquiditätsengpässe zu verhindern, ist Leasing. Gegenüber dem Kauf muss weniger Geld auf einmal für eine Investition bereitgestellt werden. Das entlastet deutlich, weil die Liquidität geschont wird und verbessert zeitgleich die Eigenkapitalquote. Hinzu kommen die steuerlichen Vorteile, die mit Leasing einhergehen.

Coronahilfen vom Staat beanspruchen

Der Staat greift auf vielerlei Förderinstrumente zurück, um Unternehmen durch die Krise zu helfen. Während beispielsweise Freiberufler und Solo-Selbstständige von einem vereinfachten Zugang zur Grundsicherung (befristet bis 30.06.2020) profitieren, können sich kleine Unternehmen bis zehn Beschäftigte sowie Freiberufler den Zugang zu Kurzarbeitergeld, ein Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und steuerliche Erleichterungen zunutze machen. Letztere umfassen unter anderem die Stundung von Steuerzahlungen und die Erstattung von Steuervorauszahlungen. Start-ups haben Zugang zu sämtlichen Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen des Corona-Hilfspakets. Auf welchen zwei Säulen das zusätzliche Maßnahmenpaket für zukunftsfähige Start-ups basiert, erklärt der Beauftragte der Bundesregierung für Digitale Wirtschaft und Start-ups Thomas Jarzombek hier im offiziellen Videoblog Corona. Einen Überblick über sämtliche Coronahilfen gibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit dieser Infografik.

Quelle Grafik: bmwi.de

Mietminderung und Stundungen aushandeln

Ein großer Kostenfaktor für zahlreiche Unternehmen ist die Miete von Büros, Lagerfläche, Verkaufsräume oder Produktionshallen. Um liquide zu bleiben und die Existenz zu retten, kann es sich lohnen Kontakt mit dem Vermieter aufzunehmen. Womöglich lässt sich eine vorübergehende Stundung vereinbaren oder zumindest eine Reduzierung der Miete. Schließlich sind auch Vermieter daran interessiert, dass ihre Mieter nach der Corona-Krise zahlungsfähig sind und sie keine Nachmieter organisieren müssen. Dies ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden, der mit einem Entgegenkommen vermieden werden kann.

Marshallplan 2.0 – zusätzliche Finanzspritzen für die Wirtschaft

Die Regierungskoalition konnte sich auf ein umfassendes Konjunktur- und Zukunftspaket einigen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiter einzudämmen. Unter anderem soll es ab 1. Juli bis 31. Dezember 2020 eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 16 Prozent und des ermäßigten Steuersatzes auf 5 Prozent geben. Für den Mittelstand stehen Überbrückungshilfen auf der Agenda. Maximal 25 Milliarden Euro stehen für eine Vielzahl Betriebe bereit und werden für die Monate Juni und August 2020 gewährt.

Darüber hinaus sollen Unternehmen mit einem Betriebskostenzuschuss unterstützt werden, der maximal 150.000 Euro für drei Monate beträgt. Voraussetzung ist, dass der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr um Minimum 60 Prozent gesunken und der Grund für den Umsatzeinbruch die Corona-Pandemie ist. Für kleine Unternehmen bis fünf Mitarbeiter sollen nur in Ausnahmen mehr als 9.000 Euro (bei bis zu 10 Mitarbeitern 15.000 Euro) bereitgestellt werden. Insgesamt beträgt das Volumen des Konjunktur- und Zukunftspakets 130 Milliarden Euro.

Weitere Informationen und Aktuelles zur Corona-Pandemie hier zum Nachlesen.

(exb)

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