CBD Produkte fluten den Markt – Informatives über Cannabidiol

Die pflanzliche Substanz Cannabidiol hat in den vergangenen Jahren viel Aufsehen erregt. Immer mehr Produkte gelangen auf den Markt, um Verbraucher zum Konsum anzuregen. Die Auswahl reicht von Öl über Cremes bis hin zu Kaugummi und CBD-Tampons. Letztere sollen Menstruationsbeschwerden lindern. Informatives zu Wirkung, Potenzial und Angebot.

THC-Gehalt entscheidet über Legalität

Ob Öl, Gummibärchen, Cremes, Badezusätze oder Zäpfchen – CBD hat inzwischen einen breiten Markt erobert. Der natürliche Wirkstoff aus der weiblichen Hanfpflanze lässt sich heute essen, trinken, rauchen, auf die Haut auftragen und als Nahrungsergänzungsmittel verwenden. Anders als Tetrahydrocannabinol (THC) ist Cannabidiol (CBD) nicht psychoaktiv. Ein Rauschzustand tritt beim Konsumieren deshalb nicht ein. Dennoch kann ein geringer Bestandteil THC enthalten sein. Für die Legalität der Produkte ist dessen Anteil entscheidend. „Sämtliche Präparate mit dem Wirkstoff Cannabidiol sind frei verkäuflich, wenn deren Gehalt an THC unter 0,2% liegt“, heißt es in einem Ratgeber über CBD Kapseln des Nachhaltigkeitsmagazins WeGreen (Quelle: https://wegreen.de/cbd-kapseln-test/). Vom Kauf von CBD-Produkten bei ausländischen Händlern wird abgeraten, da sich die Richtlinien hinsichtlich des THC-Gehalts sowie anderweitige Vorschriften unterscheiden können. Zudem muss CBD aus Cannabispflanzen stammen, dessen Anbau gemäß Sortenkatalog der Europäischen Union erlaubt ist. Beim Kauf von CBD-Produkten in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sollten möglichst hochwertige Bio-Produkte bevorzugt werden. Diese sind frei von Schwermetallen, Pestiziden und anderen schädlichen Stoffen.

Der Schlüssel zur Wirkung: Das Endocannabinoid-System

CBD soll angstlösend, entkrampfend und entzündungshemmend wirken. Typische Anwendungsgebiete sind depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Angststörungen, Stress und Nervosität. Dass CBD Wirkung zeigen kann, liegt am sogenannten Endocannabinoid-System – dem endogenen Cannabinoid-System. Es ist als Teil des Nervensystems des menschlichen Körpers seit über 20 Jahren bekannt und nimmt Einfluss auf zahlreiche körperliche Funktionen. Hinsichtlich der konkreten Bedeutung des Systems steht die Forschung dennoch am Anfang. Fest steht, dass Cannabinoid-Rezeptoren Teil des Signalsystems sind und der Körper eigene Endocannabinoide herstellt. Rezeptor CB1 ist größtenteils in Nervenzellen vertreten. Vorwiegend in Hippocampus, Kleinhirn und Endhirn. Rezeptor CB2 kommt unter anderem in Immunzellen sowie Körperzellen des Knochenaufbaus vor und ist im Organismus gleichmäßiger verteilt als Rezeptor CB1.

Universität Hohenheim forscht

Gerät das Endocannabinoid-System aus dem Gleichgewicht, können die Folgen für den Körper erheblich sein. Angstzustände, Schlafstörungen und Bluthochdruck sind nur ausgewählte Beispiele. Die Zuführung exogener Cannabinoide wie beispielsweise in Form von CBD Kapseln oder Ölen könnte zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im Signalsystem beitragen. Durch die Interaktion von CBD mit dem endogenen Cannabinoid-System vermuten Experten ein großes Anwendungsspektrum. Um die vielen offenen Fragen rund um CBD beziehungsweise Cannabis zu klären, hat Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger von der Stuttgarter Universität Hohenheim ein deutsch-kanadisches Netzwerk mit ihrem Team gegründet. Ihr internationales Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Graeff-Hönninger und ihr Team forschen außerdem „gezielt an der Weiterentwicklung phyto-cannabinoidreicher, THC-armer Cannabis-Genetiken“, so die Erläuterung auf der Internetpräsenz der Uni (Quelle: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung). Bei den Pflanzen handle es sich um medizinisches, phyto-cannabinoidreiches Cannabis, das kein Rauschmittel darstellt, aber für die Pharmazie und Lebensmittelindustrie interessante Cannabinoide enthält.

Die Bundesärztekammer (BÄK), die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben bereits 2008 erklärt, dass ein Nutzen einer Therapie mit Cannabinoiden „für einige medizinische Indikationen durch kontrollierte Studien dargestellt worden“ sei und der Einsatz bei Symptomen wie Schmerzen, Erbrechen, Übelkeit und Appetitmangel unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein kann (Quelle: https://www.aerzteblatt.de/).

Nicht jeder Trend hilft – bei CBD Tampons ist Vorsicht geboten

Aufgrund der entzündungshemmenden und entkrampfenden Wirkung erfreut sich CBD inzwischen auch im Bereich Tampons zunehmender Nachfrage. Fertige Tampons mit CBD gibt es bereits in den USA im Handel. Wobei es sich nicht um klassische Tampons handelt, sondern eine Art Vaginalzäpfchen, die durch CBD Schmerzen lindern sollen, aber auch THC aufweisen. In Deutschland haben derartige Artikel keine Zulassung. In Deutschland häufen sich deshalb Meldungen über die eigenverantwortliche Herstellung mit CBD-Ölen. Letzteres auf herkömmliche Tampons geträufelt, soll gegen Menstruationsbeschwerden helfen. Da Öl jedoch Störungen des Scheidenmilieus verursachen kann, ist von dieser Do-it-yourself-Version abzuraten. Hinzu kommt, dass Tampons laut Berufsverband der Frauenärzte e.V. Pilzinfektionen begünstigen können (Quelle: https://www.bvf.de/aktuelles/).

(exb)

Quelle Titelbild „Aphiwat chuangchoem“ https://www.pexels.com/