CBD – vom Anbau bis zum Endprodukt

Die Vorzüge des Hanfs (Cannabis) waren der breiten Öffentlichkeit aufgrund des geltenden Verbots über Jahrzehnte vorenthalten. Erst in den letzten Jahren entwickelt sich wieder ein Bewusstsein dafür. Einen großen Einfluss auf diesen Prozess hat CBD (Cannabidiol). Dieser Wirkstoff hat im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol) keinerlei berauschende Wirkungen. Gestartet in den USA als Lifestyle-Produkt, schwappte der Trend vor ein paar Jahren über den Atlantik. Anfangs erschraken sowohl Gesetzgeber als auch Konsumenten, wurde CBD doch im Zuge des THC als Droge angesehen.

Inzwischen überzeugt CBD durch sein breites Anwendungsspektrum, das gezielt das menschliche Wohlbefinden auf vielfältige Weise positiv beeinflusst. Die Substanz ist etabliert und die Produkte sind in diversen Online-Shops erhältlich. Doch nur wenige produzieren CBD-Produkte eigenständig. Sie werden meist ohne Etikett (White Label) im Großhandel für CBD eingekauft, denn ist es ein langer und technisch aufwendiger Prozess, bis das CBD letztlich beim Verbraucher seine Wirkung entfalten kann.

CBD – ein Cannabinoid mit vielen Vorzügen

CBD ist ein Cannabinoid. So werden die mehr als hundert Wirkstoffe genannt, welche die Hanfpflanze beheimatet. CBD werden entspannende, entzündungshemmende und krampflösende Effekte zugeschrieben.

Anwender nehmen es in Form von Öl, Kristallen oder Kapseln ein. Es wirkt u. a. gegen Depressionen und Panikattacken, chronische Schmerzen und Stress.

Der Anbau

Die besten CBD-Produkte entstehen im biologischen Anbau. Dabei erhalten Samen den Vorzug, die einen geringen Anteil an THC aufweisen und einen hohen CBD-Gehalt besitzen. Aufschluss darüber gibt eine Liste der EU, welche um die 60 Sorten nennt, die sich für den legalen Anbau eignen. Dürfen CBD-Produkte doch später nicht mehr als 0,2 % THC enthalten.

Der Anbau wird von der deutschen Cannabisagentur streng kontrolliert. Privatleuten ist er ausnahmslos untersagt. Die Pflanzung für den sogenannten Nutzhanf wird nur auf Antrag einer Zulassung genehmigt. Dafür kommen ausschließlich ausgewiesene und erfahrene landwirtschaftliche Unternehmen infrage.

Die Ernte und die Trocknung

In Europa beginnt die Ernte im Spätsommer. Dabei werden die Pflanzen kurz über dem Boden abgeschnitten und in die Trocknungshalle gebracht. Für die Weiterverarbeitung bedarf es einer Biomasse, die komplett durchgetrocknet ist. Dafür ist ein Ambiente notwendig, dass sich durch Zimmertemperatur auszeichnet, nicht zu hell ist und über eine ausreichende Belüftung verfügt.

Eine Beschleunigung des Trocknungsprozesses ist nicht zu empfehlen, darunter leiden die Cannabinoide und die weiteren Wirkstoffe wie Flavonoide und Terpene. In der beschriebenen Umgebung muss das Pflanzenmaterial mindestens eine Woche trocknen. Danach werden Samenkapseln, Blätter und Stiele getrennt und ihren Verwendungszwecken zugeführt. Nur die Blüten eignen sich zur Herstellung von CBD.

Extraktionsverfahren

Das CBD muss nun aus den Blüten extrahiert werden. Dazu muss ein Decarboxylierungsverfahren durchlaufen werden. Dabei gibt es verschiedene Methoden unter Anwendung von Lösungsmitteln, Ölen, Alkoholen und unter Hitzeeinfluss.

Diese Ansätze eignen sich eher für den Hausgebrauch oder es fehlt ihnen an Effektivität. Manche hinterlassen giftige Rückstände und sind nicht zu empfehlen. Im professionellen, industriellen Bereich hat sich ein Verfahren für hochwertige Produkte durchgesetzt, dass auf der Anwendung von Kohlenstoffdioxid beruht.

Die überkritische CO2-Extraktion

Das Verfahren ist aufwendig, es bedarf entsprechendes Equipment. Das Pflanzenmaterial wird in eine hermetisch abgeriegelte Extraktionskammer gegeben. Dann wird CO2 (Kohlenstoffdioxid) durch den Einfluss von Druck und Temperatur in eine Konsistenz gebracht, die sich als ein Zwischenstadium von gasförmig und flüssig am ehesten beschreiben lässt.

Das Kohlenstoffdioxid wird nun in die Extraktionskammer geleitet. Dort dringt es als Gas in das Pflanzenmaterial ein und als Flüssigkeit bindet es die Cannabinoide und sonstigen Wirkstoffe. Das CO2 verflüchtigt sich, zurückbleiben die Wirkstoffe, die in den gewünschten Konzentrationen einem Trägeröl beigemischt werden und anschließend in den Vertrieb gehen.

CBD-Isolat

Ein Vollspektrum CBD Öl, das sowohl Flavonoide als auch Terpene beinhaltet, ist kein reines CBD-Produkt, hat aber im Zusammenspiel der verschiedenen Wirkstoffe einen besonders hohen gesundheitlichen Wert. Allerdings ist es schlecht skalierbar, jede Ernte hat ihre eigenen Ausprägungen. Deshalb wird ein Teil des Ergebnisses der CO2-Extraktion einem Destillationsverfahren zugeführt, wobei CBD als reines, weißes Pulver ausfällt. Dieses Ausgangsmaterial kann dann in weiteren Produkten verarbeitet werden.

(Bildquelle: Kindel Media von Pexels)