Der Deutsche Schäferhund: die Majestät der Hunderassen

Wer einen Hund anschaffen möchte, muss sich früher oder später Gedanken machen, welche Hunderasse die passende ist. Zu den ältesten und weltweit beliebtesten Rassen gehört der Deutsche Schäferhund.

Das Rasseprofil gibt einen Überblick über die Eignung und den Charakter der selbstbewussten Hunde und damit eine Entscheidungshilfe, ob ein Deutscher Schäferhund der richtige Begleiter für eine lange Zeit sein kann.

Zucht und Historie

Die ersten Zuchtberichte reichen zurück bis an das Ende des 19. Jahrhunderts. Nicht nur als Hütehund wurden Schäferhunde eingesetzt, sondern auch, um das Hab und Gut der Hirten zu bewachen und zu beschützen.

Zu Beginn der Zucht soll es sogar zu Wolfseinkreuzungen gekommen sein. Gerüchten zufolge heißt es, dass am Anfang der Reinzucht Schäferhunde mit echten Wölfen verpaart wurden. Als Begründung diente die Annahme, dass die Einkreuzung vor Staupe schützt.

Diese Gerüchte sind bis heute nicht bestätigt worden und selbst wenn solche Kreuzungen stattgefunden haben, wird es allgemein als unwahrscheinlich angesehen, dass die damaligen Experimente Einfluss auf den heutigen Schäferhund haben könnten.

In der Gegenwart findet der Deutsche Schäferhund wegen seines Charakters nicht nur als Schutz- und Hütehunde Verwendung, sondern ebenfalls noch in vielen anderen Bereichen des Lebens:

  • als Sport- und Familienhund
  • als Dienst- und Schutzhund
  • als Rettungs- und Therapiehund
  • als Assistenzhund
  • als Gebrauchshund

Wer sich einen Deutschen Schäferhund anschaffen möchte, sollte auf jeden Fall ein besonderes Augenmerk auf die Wahl des Züchters legen. Informationen zu zuverlässigen Züchtern bietet der Verein für Deutsche Schäferhunde. Rote SV Papiere sowie ein Rasse-Echtheitszertifikat sind die Garantie für eine kontrollierte Zucht der Hunderasse.

Exterieur   

Schäferhunde sind mittelgroß, kräftig und im Idealfall stark bemuskelt. Gemessen an der Schulterhöhe werden Rüden zwischen 60 und 65 cm groß. Hündinnen sind mit 55 – 60 cm etwas kleiner, aber nicht minder kraftvoll. Das Fell ist stockhaarig, das bedeutet, dass Schäferhunde mit einer dichten Unterwolle und mittellangem oder langem Deckhaar ausgestattet sind. Durch das Stockhaar sind Schäferhunde weniger anfällig bei Kälte, aber auch bei Hitze.

Zu den Fellfarben heißt es im FCI Rassestandard:

„Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen. Schwarz einfarbig, grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske. Unauffällige, kleine weiße Brustabzeichen, sowie helle Innenseiten sind zugelassen, aber nicht erwünscht. Die Nasenkuppe muss bei allen Farbschlägen schwarz sein.“  

Zuchtanforderungen

Die Zuchtanforderungen an einen Deutschen Schäferhund sind deutlich im Zuchtstandard geregelt. Ein Schäferhund sollte sein:

  • ausgeglichen
  • nervenfest
  • selbstsicher
  • unbefangen
  • gutartig
  • aufmerksam
  • führig

Nervosität oder Ängstlichkeit sind meistens auf eine schlechte Zucht oder eine mangelnde Sozialisierung zurückzuführen.

Vorurteile

Schäferhunde sind sehr loyale und intelligente Tiere. Werden diese Hunde mit viel Einfühlungsvermögen, Wissen und Geduld erzogen, dann sind sie in der Lage ihre Gutmütigkeit voll zu entfalten. Doch es gibt auch Vertreter der Rasse, die durch falsche Haltung und Erziehung dafür sorgen, dass der Deutsche Schäferhund teilweise als aggressiv und gefährlich betitelt wird.

Vor allem Film und Fernsehen suggerieren immer wieder aggressives Verhalten der Tiere. Auch der Einsatz als Polizei- oder Militärhunde lässt auf ein hohes Aggressionspotential bei Schäferhunden schließen.

Tatsache ist, dass Deutsche Schäferhunde nicht mehr oder weniger aggressiv als andere Hunderassen sind. Sie sind Arbeitshunde, die entsprechend ihren Arbeitseinsätzen ausgebildet werden. So kann davon ausgegangen werden, dass ein Schäferhund im Polizeieinsatz bestimmte Situationen anders klären wird, als ein Assistenzhund.

Eignung als Familienhund

Dass Deutsche Schäferhunde sehr vielseitig sind und in vielen Bereichen als Arbeitshunde dienen, ist weltweit bekannt. Neben den Einsätzen als Schutz- und Diensthunde sind wegen ihrer hohen Intelligenz auch Einsätze als Rettungshunde oder Therapie- und Blindenhunde möglich.

Doch eignet sich ein Schäferhund auch als Begleit- oder Familienhund?

Definitiv ja! Aber! Es kommt auf die Ausbildung des Hundes und die Kenntnisse des Hundehalters an.

Der tägliche Umgang mit einem Schäferhund sollte immer Konsequenz sein. Ersthundebesitzer neigen oft dazu, die Tiere zu sehr zu verwöhnen. Unerwünschtes Verhalten wird gerne einmal übersehen, oder der Neuhundebesitzer weiß oft gar nicht, wie er sich dem Hund gegenüber verhalten soll. Schäferhunde merken schnell, wenn der Hundehalter keine Konsequenz an den Tag legt und neigt in solchen Fällen sehr gerne zu Dominanzgebaren. Im schlimmsten Fall entwickelt er einen übergroßen Schutz- und Beutetrieb und reagiert aggressiv.

Erfahrene Hundehalter wissen, warum liebevolle Konsequenz und geduldige Erziehung wichtig sind. Gut sozialisierte Schäferhunde finden auch innerhalb der Familie eine Aufgabe und wird mit der richtigen Ausbildung und entsprechenden Training zu einem jahrelangen Begleiter für seinen Menschen.

(exb)