Der schwere Weg zum Nichtraucher

Die meisten Raucher wollen weg von der Zigarette – aber längst nicht alle schaffen es. Doch warum ist der Weg zum Nichtraucher so schwer? Wie wird man diese Sucht los und welche Alternativen gibt es zur klassischen Zigarette?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Wer das Rauchen aufgibt, lebt gesünder, ist vitaler und spart zudem viel Geld. Erste positive körperliche Effekte nach einem Rauchstopp sind schon schnell spürbar, andere brauchen etwas mehr Zeit. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) macht dies in einer Timeline deutlich: Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinken der zuvor erhöhte Puls und Blutdruck auf normale Werte.
Bereits nach einem Monat können Hustenanfälle, die Verstopfung der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit zurückgehen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die allmähliche Reinigung der Lunge. Nach zehn Jahren ohne Zigarette verringert sich das Lungenkrebs-Risiko um die Hälfte und nach 15 Jahren ist das Risiko für koronare Herzerkrankungen bei Ex-Rauchern genau so hoch wie bei Nichtrauchern.

Zigaretten-Preise steigen immer weiter
Schwindlig wird Rauchern wohl meistens beim Kauf von Zigaretten. Die Preise steigen seit Jahren kontinuierlich. Waren es zu D-Mark Zeiten noch fünf Mark (also rund 2,50 Euro für eine Packung) gehen mittlerweile für den Kauf einer normalgroßen Schachtel mit 20 Zigaretten sieben Euro über den Tresen.
Das klingt zunächst immer noch nicht so furchtbar viel, kann sich aber ganz schnell summieren. Beim Konsum von einer Schachtel pro Tag gibt der Raucher im Monat für sein Laster rund 210 Euro aus. Im Jahr sind es 2520 Euro – und somit nach zehn Jahren 25.200 Euro.
Die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Zigarettenpreise dürften wohl auch mit ein Grund dafür sein, dass der Zigarettenschmuggel für Kriminelle an Reiz gewonnen hat. Oberfranken ist hiervon wegen der Grenznähe zu Tschechien ein beliebtes Schmuggelgebiet. Immer wieder gehen dem Zoll und der Polizei Schmuggler ins Netz.

Wie können Raucher aufhören?
Viele Raucher würden gerne ihr Laster loswerden. Während einige es früher oder später schaffen, tun sich andere damit extrem schwer. Verantwortlich dafür ist vor allem der in Zigaretten enthaltene Suchtstoff Nikotin. Baut dieser sich im Körper ab, verlangt der Organismus nach einer neuen Dosis. Wird kein Nikotin mehr zugeführt, äußert sich dies in Entzugserscheinungen, wie Unruhe, Schweißausbrüche oder Kopfschmerzen.

Die Möglichkeiten, wie man trotzdem von der Sucht loskommen kann, sind vielfältig. Ein sicherer Weg, der bei allen Rauchern funktioniert scheint es jedoch nicht zu geben. Manche Ex-Raucher berichten, dass es einen Moment gab, in dem sie von heute auf morgen beschlossen haben, Zigaretten abzusetzen. Andere haben sich dafür einen festen Termin gesetzt – und diesen eingehalten.
Werdende Nichtraucher sind oft auf der Suche nach Unterstützung, Tipps und der richtigen Strategie. Doch wie kann diese aussehen? Manche schwören auf Hypnose, andere halten diese Methode für Humbug – auch weil sie selbst damit nicht erfolgreich waren.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die Hypnose immerhin in ihre Liste der „Methoden zum Rauchstopp“ aufgenommen. Sie verweist aber auch darauf, dass die diesbezügliche Studienlage inkonsistent ist. Weitere Methoden zum Rauchstopp, die die BZgA empfiehlt, sind eine Verhaltenstherapie, eine Verwendung von Nikotinersatz-Präparaten, eine medikamentöse Unterstützung oder Akupunktur. Bei der Verhaltenstherapie geht es darum, sich das eigene Rauchverhalten bewusst zu machen. Menschen sollen erkennen, in welchen Situationen sie aus welchen Gründen zur Zigarette greifen – und dann (gesündere) Alternativen zu ihrem Verhalten entwickeln. Studien hätten die Wirksamkeit der Verhaltenstherapie belegt.

Bei den Nikotinersatz-Präparaten ist die Liste mittlerweile lang: Nikotin-Kaugummis, -Pflaster, -Lutschtabletten oder Sprays sollen die Entwöhnung erleichtern. Durch die Ersatzpräparate erhält der Körper „nur“ noch Nikotin – zumindest die anderen in Zigaretten enthalten Giftstoffe entfallen. Die Dosis des in den Ersatzprodukten enthaltenen Nikotins wird dabei nach und nach verringert. Einige Studien kommen zu der Überzeugung, dass die Präparate wirksam seien. Kritiker halten entgegen, dass der Körper solange süchtig nach Nikotin bleibe solange es ihm zugeführt wird – was bei diesen Präparaten der Fall ist.

Bei der Akupunktur verhält es sich ähnlich wie bei der Hypnose. Manche schwören darauf, andere halten sie für unwirksam und ungeeignet. Experten haben der Akupunktur in Untersuchungen auch lediglich eine Wirksamkeit bescheinigt, die einer Placebo-Behandlung entspricht.

Alternative E-Zigarette?
Seit einigen Jahren steigt die Beliebtheit von E-Zigaretten. Aktuell soll es in Deutschland rund vier Millionen Konsumenten von E-Zigaretten geben. Bei ihnen wird eine Flüssigkeit, das sogenannte Liquid erhitzt und zum Verdampfen gebracht. Der Dampf wird von den Konsumenten inhaliert oder gepafft. Im Unterschied zur herkömmlichen Zigarette findet bei der E-Zigarette kein Verbrennungsprozess statt. Aufgrund dessen bezeichnen sich E-Zigaretten-Nutzer oft auch nicht als Raucher, sondern als Dampfer. Der Dampf des Liquids erzeugt ein sensorisches Erlebnis, welches dem Empfinden der Inhalation von Zigarettenrauch entsprechen soll.

Ähnlich wie Nikotin-Ersatzpräparate können E-Zigaretten insofern beim Rauchstopp helfen, da es Liquids mit unterschiedlichem und auch ohne Nikotingehalt gibt. So besteht die Möglichkeit die Nikotin-Dosis nach und nach zu reduzieren. Dampfer können sich zudem Liquids nach eigenen Vorstellungen selber mischen. Das bietet ihnen die Möglichkeit, nicht nur die gewünschte Nikotinmenge selbst zu bestimmen, sondern auch eine große Vielfalt an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen auszuprobieren und selbst zu kreieren.

Während Dampfen ohnehin schon günstiger als Rauchen ist, kann mit selbst gemischtem Liquid zudem noch zusätzlich Geld gespart werden. Gekauftes Liquid kostet oft zwischen fünf und sechs Euro pro zehn Milliliter. Selbst gemischtes liegt in der Preisspanne zwischen einem und maximal zwei Euro bei vergleichbarer Menge.

Mittlerweile befassen sich sogar Ärzte mit dem Thema, ob E-Zigaretten ein geeignetes Mittel zur Unterstützung eines Rauchstopps sind. Heino Stöver, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung in Frankfurt erklärte kürzlich gegenüber dem Ärzteblatt, dass Abstinenz natürlich das von allen gewünschte Ziel sei. Doch dabei handele es sich um eine Maximalforderung. In der Behandlung von Rauchern müsse es mehr Zwischentöne geben, risikoreduzierende Alternativen stärker beworben werden. Dazu könnte nach Stövers Meinung auch die E-Zigarette zählen.

 

(Bildquelle: stock.adobe.com @mbruxelle)