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Ebermannsdorf: Streit um „Neue Mitte“

Als die Gemeinde Ebermannsdorf die Pläne für die neue Mitte des Ortes vorgestellt hatte, war die Stimmung noch gut. Das Ziel war es vorrangig, die Nahversorgung- und Dienstleistungsbereiche zusammenzufasseb und einen neuen Ort für die Gemeindeverwaltung zu finden. Außerdem sollte Ebermannsdorf einen Dorfplatz bekommen. Dafür wurde eigens ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, der kreative Vorschläge zu Tage brachte. Der Ausgewählte lautete dann wie folgt:

Dort, wo jetzt noch Wald und Wiese sind, werden drei Gebäudegruppen entstehen. Einmal ein Wohnhof, einmal ein Markthof und einmal ein Verwaltungsgebäude. Alle drei sollen aussehen wie Vierseithöfe. Verbunden sind die drei mit einem Dialogplatz, der sich zur anderen Straßenseite hin öffnet und die beiden Ortsteile diesseits und jenseits der Straße verbinden soll.

Allerdings: die Umsetzung wurde gestoppt. Denn es regte sich Widerstand. Eine Bürgerintitiative sammelte Unterschriften gegen die Neue Mitte. Der Grund: Das Wäldchen, das dem neuen Dorfkern zum Opfer fallen würde. Die Abholzung ist eigentlich beschlossene Sachen. Doch insgesamt 782 Bürger haben sich bei einer Unterschriftensammlung dagegen ausgesprochen. Sie verlangten gar ein Bürgerbegehren.

Das allerdings wurde aufgrund einiger Formfehler nicht zugelassen. Die Bürgerintiative wirft Bürgermeister Josef Gilch nun vor, deren Bedenken nicht hören zu wollen. Alles falsch, sagt wiederrum Gilch. Das Bürgerbegehren hätte stattfinden können, wenn es zulässig gewesen wäre. Er setze ohnehin auf Dialog und nicht auf Ausgrenzung. Er kündigte an, so lange mit den Planungen auszusetzen, bis eine Lösung gefunden wurde, mit der auch die Bürgerinitiative einverstanden ist. (eg)