Erbendorf: Nach Deutschland für eine bessere Perspektive

Das sind Samir Wafi und Anis Sahli. Die beiden sind Mitte 30 und stammen aus Tunesien. Und seit September 2017 absolvieren die beiden eine Ausbildung zum Altenpfleger in Einrichtungen der Firma Sozialteam.

Ihr Areitgeber ist bislang sehr zufrieden mit den beiden. Bis jetzt habe es nur positives Feedback gegeben, sie kommen bei den Menschen gut an, erzählt Andrea Neugirg, Fachbereichsleitung Senioren vom Sozialteam.

Und auch Samir und Anis sind begeistert von der Ausbildung. Es mache großen Spaß hier zu Arbeiten und die Menschen seien sehr hilfsbereit, so Samir. Es sei ein interessanter Beruf, man bekomme viel von den Menschen zurück, ergänzt Anis.

Die beiden sind nicht als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Sie haben sich in Tunesien gezielt für eine Ausbildung als Altenpfleger entschieden. Durch eine Agentur aus München, die auf die Vermittlung zwischen Tunesien und Deutschland spezialisiert ist, wurde der erste Kontakt hergestellt. Diese Agentur haben bei Hannelore Doleschal im BBZ Erbendorf angefragt, ob sie bereit sei, Azubis aus Tunesien auszubilden erinnert sich die Schulleiterin. Damit die drei Tunesier tatsächlich nach Deutschland kommen konnten musste erst eine entsprechende Ausbildungsstätte gefunden werden. Mit dem Sozialteam hatte Hannelore Doleschal schnell einen willigen Partner gefunden. Damit die Tunesier schon im September nach Deutschland einreisen konnten, musste der Agentur einen Ausbildungsvertrag vorlegen, in dem auch der Verdienst festgelegt ist. Denn so solle gewährleistet werden, dass die angehenden Azubis für sich selbst sorgen können.

Auch von Seiten des BBZ Erbendorf gilt es gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. So müssen die potentiellen Azubis mindestens einen mittleren Schulabschluss, also Mittlere Reife, oder eine gleichwertige Ausbildung vorweisen können. Zudem ist wichtig, dass auch ausländische Auszubildende der deutschen Sprache und Wort und Schrift mächtig sind. Deshalb wird das Sprachniveau B2 vorausgesetzt.

Nicht nur in ganz Bayern, nein sogar in ganz Deutschland herrsche im Bereich der Altenpflege Fachkräftemangel. Ausländische Azubis könnten die Situation entschärfen, sind sich Hannelore Doleschal und Andreas Neugirg einig. (ms)