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Familienregion Oberpfalz: Seen- und Radland im Osten Bayerns

Wer über den Jahresurlaub mit der Familie nachdenkt, sollte den Blick nicht allein auf das Ausland schweifen lassen. In Deutschland gibt es viele Regionen, die gerade für Familien die ideale Mischung aus Kultur und Aktivität bieten. Die Oberpfalz gehört zu diesen touristisch-attraktiven Regionen. Kinder finden hier zahlreiche Seen, Radtouren und vulkanische Erlebnisse, während sich die Eltern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs auf unberührte Natur freuen können.

Eine Reise in die Oberpfalz verspricht immer großartige Momente, schöne Städte, spannende Menschen und jede Menge lebendige Geschichte.

Einer dieser großartigen Momente, verspricht der Besuch am Steinberger See. Der größte See in Ostbayern, bei dem es sich als ehemaliger Tagebau um ein künstlich angelegtes Gewässer handelt, ist absolut immer eine Reise wert. Besonders erwähnenswert ist die Wasserqualität, die von Jahr zu Jahr besser wird. Wer an windstillen Tagen auf einer Luftmatratze über den See treibt, kann bis zu zehn Meter in die Tiefe schauen, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Das Wasser ist so klar, dass sogar die Baumwipfel des ehemaligen Tagebaus zu sehen sind, die über dem Seeboden gewachsen sind. An einigen Stellen geht der Steinberger See bis zu 40 Meter in die Tiefe- und damit ideal, um Tauchern eine Erlebniswelt zum Entdecken zu bieten. Das bietet sich auch für Kinder ab einem Alter von zwölf Jahren an, die in dem ehemaligen Tagebau-Gewässer Kurse ablegen können, um einen Tauchschein zu erhalten. Ist dieser vorhanden, geht es an der “Rutsche” entlang in die Tiefen des Sees, der mit einer üppigen Flora auf Entdecker wartet.

Steinberger See: Unzählige Aktivitäten für Groß und Klein

Oberhalb der Wasseroberfläche können Eltern mit ihren Kindern aktiv werden. Während die Kleinsten an den vier Strandbereichen rund um das Gewässer im Sand wühlen können, geht es für aktivere Familienmitglieder zum Wassersport. Der Steinberger See bietet eine Wakeboard-Anlage, auf der auch Wasserski gefahren werden kann. Weiterhin können Freunde der maritimen Aktivitäten auf dem See einen Segel- oder Bootsführerschein erwerben, um das große Gewässer motorisiert zu erkunden. Wer mit einer größeren Gruppe anreist, ist im „Movin G Round“ richtig aufgehoben. Neben einem Abenteuerspielplatz mit Wasserrutschen, Hüpfberg oder Trampolins finden Kinder mit Freude an Tieren im Ponyhof einen Ort zum Verweilen. Die Tiere können gestriegelt, gestreichelt und natürlich bei einem Ausritt erlebt werden. Und wenn die Eltern einmal ein paar Minuten für sich brauchen, steht auch noch eine Betreuung zur Verfügung, die sich um den Nachwuchs kümmert. Rundum bietet der Steinberger See einen tollen Einstiegspunkt, um die Region Oberpfalz familienfreundlich zu erleben.

 

An der Steinernen Brücke befindet sich das Besucherzentrum Welterbe in Regensburg. (Bild: pixabay.com © FelixMittermeier (CC0 Creative Commons))

Die Region Oberpfalz ist jedoch auch ein Ort der Natur. Die großen Wälder, die freien Felder und die vielen Wanderwege erlauben es, Natur zu genießen. Doch nicht nur in der Natur findet sich hier frische Luft zum Durchatmen. Die Stadt Regensburg setzt seit Jahren auf die Förderung begrünter Dächer, um einen ökologischen Ausgleich zum Stadtleben zu schaffen. Damit ist die Stadt nicht nur ein Vorreiter in der modernen Stadtgestaltung, sondern setzt damit auch ein wichtiges Ausrufezeichen beim Thema Energiewende in der Oberpfalz. Eine Übernachtung als zentraler Punkt in der Oberpfalz ist deshalb äußerst empfehlenswert. Und wer schon einmal in Regensburg ist, kann die Stadt direkt mit den Kindern erkunden – zum Beispiel im Besucherzentrum Welterbe, einem Museum, das sich auf die Welterbe-Region Regensburg fokussiert hat. Was auf den ersten Blick nicht nach einer Aktivität für die ganze Familie klingt, ist auf den zweiten Blick ein echtes Erlebnis. Direkt an der Donau, genauer am Südende der berühmten steinernen Brücke, befindet sich das interaktive Museum. Statt auf statische Texttafeln setzt das Besucherzentrum auf Medieninstallationen und riesige Globen. Das Herzstück der Ausstellung ist der Welterbe-Globus, auf dem alle Regionen mit einem kulturellen Erbe auf der Erdkugel zu finden sind. Weiter geht es mit dem interaktiven Stadtmodell, das mit Projektionen, Einblendungen und Sprechern arbeitet und die Geschichte der Stadt auf interessante Art erfahrbar macht. Das Besucherzentrum richtet sich im besonderen Maße an Kinder, die an die Faszination der altertümlichen Stadt herangeführt werden sollen. Und das Beste daran: Der Eintritt ist komplett kostenlos. Ein Besuch im Zentrum Welterbe bietet sich besonders an, wenn ein verregneter Tag in der Region Oberpfalz bevorsteht.

Regensburg spielerisch erleben: Ein Welterbe für Kinderaugen

Eine weitere Möglichkeit, um Kindern die Städtetour in der Oberpfalz schmackhaft zu machen, ist die eigens für den Nachwuchs konzipierte Stadttour “Welterbe-Safari”. Dabei wirft die Aktivität die Frage auf, warum Regensburg genau wie die Pyramiden oder die Freiheitsstatue in New York den Titel “Welterbe der Menschheit” tragen darf. Mit einer extra für Kinder gestalteten Stadtkarte geht es auf Spurensuche durch Regensburg, vorbei an berühmten Plätzen der Stadtgeschichte, um die Frage schlussendlich zu lösen. Wer an der Tour teilnehmen möchte, sollte sich vorab im Touristenzentrum informieren. Erst ab einer Gruppenstärke von 25 Personen wird die städtische Safari gestartet.

Die zweite kindgerechte Stadttour in Regensburg dreht sich um die Frage, woher das Geld für die teuren mittelalterlichen Gebäude in der Welterbe-Stadt kam und wer für die imposanten Bauwerke verantwortlich ist. Die Kinder lösen gemeinsam mit einem Tour-Guide spannende Geheimnisse und lernen die Geschichte der Stadt Regensburg spielerisch kennen.

Als Dinosaurier auf der Erde liefen: Das Museum in Altmühltal

Eine knappe Stunde außerhalb von Regensburg befindet sich ein Highlight, das vielen Kindern ein Staunen ins Gesicht treibt. Im Dinosaurier-Museum Altmühltal werden die Kreaturen des Mesozoikums zum Leben erweckt und anschaulich dargestellt. Auf einem anderthalb Kilometer langen Erlebnispfad wird die Geschichte rund um Flugsaurier, Fleischfresser und riesige Erdbewohner für Kinder erlebbar gemacht. Etwa 70 Dinosaurier säumen den Weg und versetzen mit ihren imposanten, originalgetreuen Größen, Groß und Klein ins Staunen. Beim Zuschauen und Staunen bleibt es in Altmühltal jedoch nicht. Die Kinder dürfen sich beim Abklopfen von urzeitlichen Steinen als Forscher ausprobieren, gegen einen Dinosaurier im Wettrennen antreten und genau vergleichen, wie groß die einzelnen Dinosaurier wirklich waren. Und natürlich darf wie überall in der Oberpfalz die Natur nicht fehlen. Das gesamte Dinosaurier-Museum ist in einen idyllischen Wald eingebettet, der auch nach dem Besuch der Urzeit-Kreaturen zum Verweilen einlädt.

 

Dinosaurier-Park Altmühltal from Dinosaurier-Park Altmühltal on Vimeo.

 

Übrigens: Nur im Jahr 2018 wird es eine Besonderheit im Dinosaurier-Museum Altmühltal geben. In einer Sonderausstellung werden Flugsaurier und ihr Leben in der Urzeit beleuchtet. Highlight ist dabei ganz klar die Nachbildung eines Skeletts des Dracula. Es handelt sich dabei um den größten und schwersten Flugsaurier, der jemals auf der Erde zu finden war. Seinen Namen verdankt die fliegende Kreatur dem Fundort. In Transsylvanien, der literarischen Heimat von Graf Dracula, entdeckten Forscher die Knochen des Flugriesen, die nun in einer Abbildung auch in Altmühltal zu sehen sind.

Eine Fahrradtour mit der Familie: Oberpfalz auf zwei Rädern erkunden

Nachdem die Region Oberpfalz kulturell beleuchtet wurde, wird es Zeit, den Familienurlaub mit einer Radtour ausklingen zu lassen. Die zahlreichen Radwege der Urlaubsregion beweisen, dass die Oberpfalz für jede Familie die passende Unternehmung bereitstellt. Die Strecke vom Steinberger See, der zukünftig für noch mehr Spaß stehen soll, bis nach Nittenau ist flach und leicht zu fahren, selbst mit gemäßigter Geschwindigkeit ist die Tour nach 90 Minuten vorbei. Aus diesem Grund eignet sie sich auch für Kinder, die noch nicht jahrelang auf dem Zweirad unterwegs sind. Achtung: Es handelt sich bei der Tour nicht um einen Rundkurs. Wer plant, die Strecke zu fahren, sollte vorab eine Rückfahrt mit Bus oder Bahn planen.

 

Die Radwege in der Oberpfalz laden zum ausgiebigen Erkunden der Region ein. (Bild: pixabay.com © _Kardinal_ (CC0 Creative Commons))

 

Die Tour beginnt erneut am Steinberger See. Von dort aus geht es Richtung Nittenau, dem Zielort der 15 Kilometer langen Tour. Durch dichte Wälder führt die Tour abseits der Hauptstraßen. Das bedeutet, dass besonders Kinder nicht ständig darauf achten müssen, ob motorisierte Verkehrsteilnehmer für Gefahr sorgen. Nach der Hälfte der Strecke erreichen die Fahrradfahrer den kleinen Ort Kaspeltshub, der bereits zu Nittenau gehört. Im örtlichen Landgasthof lässt sich eine Rast für Groß und Klein sehr gut realisieren, bevor der letzte Streckenabschnitt angegangen wird. Vorbei an Bleich und Obermainsbach folgt der Weg nach Nittenau, wo die Fahrt endet. Für Kinder ist die Strecke ideal, da nur etwa 130 Höhenmeter zu überwinden sind. Die kleinen Steigungen spürt man kaum und die ganze Familie kann mit dem guten Gefühl ins Bett fallen, eine echte Radtour geschafft zu haben.

 

Titelbild: Die Oberpfalz setzt auf Radtouristen und bietet zahlreiche, gut ausgebaute Radwege. (Bild: pixabay.com © ernschie (CC0 Creative Commons))