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Flossenbürg: Gedenkakt zur Befreiung des Konzentrationslagers

Mit einem feierlichen Gedenkakt wurde in Flossenbürg der Befreiung des Konzentrationslagers gedacht. Die jährt sich in diesem Jahr zum 73. Mal. Bei der Feier konnte der Leiter, Dr. Jörg Skriebeleit, viele Überlebende und Angehörige von KZ-Häftlingen begrüßen. Auch Ministerpräsident Markus Söder war nach Flossenbürg gekommen. Es sei heute wichtiger denn je, ein Zeichen gegen Extremismus zu setzen. Denn die Demokratie in Deutschland sei aktuell stark herausgefordert.

Das zeige sich beispielsweise bei den aktuellen Meldungen über antisemitische Vorfälle. So etwas dürfe man auf keinen Fall ignorieren. Entschieden müsse gegen Intoleranz vorgegangen werden. Das sagte auch Dr. Leon Weintraub. Er überlebte seine Gefangenschaft im KZ Flossenbürg. Inzwischen ist er 92 Jahre alt. Und er sagte, er werde so lange er lebe als lebende Mahnung durch die Welt reisen und von den Gräueltaten berichten.

Denn damals habe es auch schleichend angefangen. Damals habe man die Aktionen der Nationalsozialisten auch zu lange auf die leichte Schulter genommen. Dabei setzten die ihre Ziele mit nie dagewesener Grausamkeit um.

Grausamkeiten, die Oscar Albert seiner Familie immer verschwieg. Auch er war im KZ Flossenbürg inhaftiert. Erst nach seinem Tod fand seine Tochter Helen heraus, welches Leid er ertragen musste. Seither referiert sie in seinem Namen, um die Erinnerung an das Nazi-Regime aufrecht zu erhalten.

Ohnehin werde sich die Erinnerungskultur wohl ändern müssen, sagte Dr. Jörg Skriebeleit, der Leiter der KZ Gedenkstätte Flossenbürg. Denn die Überlebenden seien inzwischen sehr alt. Nicht mehr lang werden sie von ihren Erlebnissen berichten können. 2. und 3. Generationen werden diese Aufgabe übernehmen müssen. Denn die Erinnerung diene nicht nur der Mahnung. Sondern sie sei auch die Hoffnung darauf, dass so etwas nie wieder passiert.

(eg)