Geflügelpest in Bayern – Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für Mensch und Tier?

Wie jedes Jahr macht die Geflügelpest im Herbst und Winter wieder auf sich aufmerksam. Zuerst im Wattenmeer, dann an der Ostsee und nun auch im Landkreis Passau. Aus diesem Grund ist die Verunsicherung bei der Bevölkerung wieder größer. Die Fragen ob man die Vögel noch füttern dürfe, sich selbst oder eigene Haustiere infizieren kann oder ob der Verzehr von Geflügel noch unbedenklich ist, tauchen vermehrt auf.

Ulrich Lanz, Mitarbeiter im LBV-Artenschutzreferat und Tierarzt gibt dabei aber Entwarnung. Die kursierenden Virustypen seien für Mensch, Haustier und Singvögel keine Gefahr. Allerdings sei die Vogelgrippe von Vogelart zu Vogelart unterschiedlich empfänglich. Vor allem bei Wasservögeln trete die Erkrankung ebenso auf wie bei Hühnervögeln, Greifvögeln oder Eulen.

Virustyp H5N8
Singvögel, die im Umfeld des Menschen leben, spielen bei der Virusverbreitung aber keine Rolle. Deshalb bestehe für die Bürger auch kaum Gefahr, mit dem Virus in Kontakt zu kommen, zumal auch die Ansteckungsgefahr für Menschen sehr gering sei.

Die aktuell nachgewiesenen Fälle gehen laut LBV auf den Virustyp H5N8 zurück. Dieser sei aber nach aktuellem Stand für Menschen ungefährlich. Subtypen wie das Virus H5N1, die beim Menschen zu Erkrankungen führen, seien in Europa selten nachgewiesen. Außerdem standen alle erkrankten Menschen im intensiven Kontakt mit den infizierten Tieren und seien in der Geflügelhaltung tätig gewesen.

Laut LBV gibt es demnach keine Gefahr für den Menschen bei der Vogelfütterung. Trotzdem sollten ein paar Hygieneratschläge berücksichtigt werden:

  • Futterhäuser regelmäßig reinigen oder durch Futtersäulen ersetzen. Damit wird auch die Verbreitung anderer Infektionskrankheiten durch die Fütterung verhindert.
  • Kontakt zu Vogelkadavern vermeiden
  • Tote Vögel bei den örtlichen Veterinärämtern melden
  • Hunde insbesondere in Wassernähe an der Leine führen, gerade wenn in der Region Fälle von Geflügelpest auftreten. Sie könnten tote Wildvögel aufsuchen bzw. verschleppen oder noch lebende, möglicherweise infizierte Wildvögel auftreiben. Dies würde zur Weiterverbreitung des Virus führen.

Von der Weihnachtsgans geht laut Ulrich Lanz keine Gefahr aus. Die Geflügelpestviren seien alle empfindlich gegenüber hohen Temperaturen. Wenn die Geflügelprodukte immer gut durchgegart werden, schließt dies auch ein theoretisch minimales Risiko einer Übertragung der Viren durch die Nahrung aus. Die Weihnachtsgans könne deshalb ohne Bedenken genossen werden.

(mk)