Gesundheit im Alter – Vorsicht vor Lungeninfekten

Die Zahl der älteren Menschen in Deutschland nimmt zu. Das führt unweigerlich dazu, dass altersbedingte Lungenerkrankungen häufiger auftreten. Obwohl regelmäßige Bewegung, das Impfen und der Verzicht auf Tabak helfen, sind sie kein Allheilmittel. Der Grund dafür ist die Veränderung des Lungengewebes und der Lungenstruktur, zu der es im Alter kommt. Kleine Blutgefäße und die Zahl der Lungenbläschen gehen zurück, während die Menge elastischer Fasern abnimmt. Dadurch fällt es der Lunge schwerer, sich auszudehnen und zusammenzuziehen. Das Ergebnis: Es gelangt weniger Sauerstoff in das Blut, wodurch die körperliche Belastbarkeit schließlich abnimmt.

Mit steigendem Alter nimmt die Lungenfunktion ab

Das die Lungenfunktion im Alter abnimmt, kann im Krankheitsfall zu ernsthaften Komplikationen führen. Ein Grund für solche Schwierigkeiten ist, dass sich zusätzlich das Immunsystem verändert. Die Lunge kann sich also nicht länger gegen Krankheitserreger wehren und die Anfälligkeit für Infekte steigt. Kommt es zu einer Lungenentzündung, nimmt diese oftmals einen schwerwiegenden Verlauf.

Zwar hilft in vielen Fällen ein Beatmungsgerät, allerdings ist das oft keine langfristige Option. Chronische Bronchitis, COPD oder Lungenemphyseme entwickeln sich vornehmlich und besonders häufig im höheren Alter.

Wissenschaftler suchen nach neuen Therapien

Zahlreiche Todesfälle sind die Folge von Lungenerkrankungen. Deshalb suchen Wissenschaftler verstärkt nach erfolgversprechenden Therapien. Dazu untersuchen sie den Prozess, den die Lunge während des Alterns durchläuft. Mit dem technischen Fortschritt entstehen immer neue Möglichkeiten, die zuvor auf diesem hochkomplexen Gebiet undenkbar waren.

Die Lunge verändert sich – innerhalb und außerhalb der Zellen

Eine erste wichtige Erkenntnis ist, dass sich mit steigendem Alter die Gene in den Zellen nicht mehr synchron verhalten. Das bedeutet, die Genaktivität der Lungenzellen ist weniger konstant. Zusätzlich sind bestimmte Stoffwechselwege in den älteren Zellen teils schwächer, teils stärker aktiv, verglichen mit jungen Zellen. Damit spielt die Epigenetik eine wichtige Rolle, also die Veränderung rund um die DNA. Was viele nicht wissen: Mit dem steigenden Alter ist es möglich, dass sich die DNA innerhalb der Zellen individuell verändert. Das gilt auch für das Proteingeflecht, das sich um die Zellen herum befindet.

Im Alter von 20 bis 25 überzeugt die Lunge durch Spitzenleistungen
Die Lunge hat die Aufgabe, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen und die Luft, sobald sie verbraucht ist, abzuführen. Wie auch andere Körpersysteme und -funktionen erreicht sie bereits früh ihre Höchstleistung. Anschließend büßt sie immer weiter an Leistung ein. In den meisten Fällen lässt sich die Abnahme der Lungenkapazität ab einem Alter von rund 25 Jahren beobachten.

Dieser Leistungsabfall liegt unter anderem daran, dass das Lungengewebe weniger elastisch und flexibel ist. Dadurch kann sie sich nicht länger optimal ausdehnen. Ein weiterer Grund ist, dass die Kraft der Muskeln schwindet. Davon ist auch das Zwerchfell betroffen, das für das Ein- und Ausatmen unabdingbar ist. Sinkt zusätzlich die Knochenmasse des Brustkorbs, hindert das die Lunge daran, sich auszudehnen.

Lungenfunktionstest: Wie effektiv arbeitet die Lunge?

Der Lungenfunktionstest kommt bereits seit Langem zum Einsatz, sobald pneumologische Leiden wie Asthma vorliegen. Auch mit zunehmendem Alter kann ein solcher Test sinnvoll sein. Schließlich hilft er dabei, Erkrankungen der Atemwege und der Lunge zu erkennen. Die unterschiedlichen Methoden sind vor allem für Menschen sinnvoll, die unter Atemnot leiden, häufig husten oder rauchen. Aber auch für jeden, der das 45. Lebensjahr überschritten hat, bietet sich ein regelmäßiger Lungenfunktionstest an.

Die Lungengesundheit verbessern

Um die Gesundheit der Lunge zu fördern, bieten sich verschiedene Methoden an:

  • Regelmäßiger Sport regt die Lungenfunktion an. Dadurch können die Organe den Sauerstoff besser verarbeiten.
  • Ausreichend Flüssigkeit hält die Lunge geschmeidig und feucht.
  • Flavonoide, die in Obst und Gemüse enthalten sind, helfen dabei, systemische Entzündungen einzudämmen.
  • Das Erlernen bestimmter Atemtechniken und das regelmäßige Lachen unterstützen eine gute Lungenfunktion.

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