Grafenwöhr: Rückkehr in die verlorene Heimat

Vor 80 Jahren mussten über 3.500 Menschen aus 58 Orten ihre Heimat verlassen. Grund dafür war die Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr durch die Wehrmacht.

Davon betroffen war auch Pappendorf. Die einstige Kirche Maria Himmelfahrt ist heute eine Ruine, das Dorf verlassen und von Löchern übersät. Doch für wenige Stunden ist das Leben an diesen Ort zurückgekehrt. Ehemalige Bewohner und ihre Nachkommen hatten die seltene Gelegenheit, an ihre verlorene Heimat zurück zu kehren.

Möglich gemacht hat das das Kultur- und Militärmuseum Grafenwöhr. Bei einer Sonderrundfahrt konnten die Teilnehmer abgelöste Ortschaften, wie den Friedhof in Haag, der Bleidornturm oder die Kirchenruine Hopfenohe, besichtigen. Doch der Höhepunkt erwartete sie in Pappenberg. Dort konnten sie tatsächlich ihren Herkunftsort betreten und dort zusammen mit Weihbischof Reinhard Pappenberger eine Andacht feiern. Und auch wenn sie seit 80 Jahren nicht mehr hier wohnen und längst wo anders heimisch geworden sind, vergessen ist Pappenberg und seine Geschichten nicht. (ms)