Gratis-Girokonto – gibt es das wirklich?

Bei manchen Banken ist nur das Online-Banking vollkommen gratis.

In Deutschland gibt es viele Banken, kleine und große. Alle haben sie ein umfangreiches Angebot. Wer heute ein Girokonto sucht, hat die Qual der Wahl. Die Stiftung Warentest hatte 270 Kontomodelle auf dem Prüfstand und dabei festgestellt, dass nicht einmal zehn Prozent wirklich kostenlos sind.

Das „richtige“ Konto finden

Im aktuellen Finanztest 9/2018 hat die Stiftung Warentest sechs Seiten mit Tabellen veröffentlicht, mit den aktuellen Testergebnissen zum Girokontentest. Wer hier das passende Konto finden möchte, muss ein wenig Zeit mitbringen, um sämtliche Informationen zu sichten. Dabei hat die Stiftung Warentest gar nicht alle Kreditinstitute aufgelistet, sondern nur jene, deren Kontoführungsgebühr unterhalb der Grenze von 60 Euro liegt. Es gibt Banken, die eine deutlich höhere Gebühr verlangen. Die Finanzexperten der Stiftung Warentest empfehlen, die Bank zu wechseln, wenn die Gebühr höher ist als diese 60 Euro. Wer ein bisschen schneller ein kostenloses Girokonto finden möchte, kann bei girokontovergleich.eu recherchieren.

Stiftung Warentest hat die Kontomodelle von 119 Banken getestet

Auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto ist auch die Stiftung Warentest fündig geworden. Immerhin 23 der 270 getesteten Konten sind kostenlos, ohne jegliche Einschränkungen. Bei manchen Banken gibt es sogar spezielle Pakete, die auch eine Kreditkarte beinhalten – alles komplett kostenlos. Darunter sind einige Filialbanken sowie zahlreiche Onlinebanken. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob er einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort benötigt oder ob er mit telefonischer und E-Mail-Beratung zufrieden ist.

Gratiskonto mit Auflagen

Bei manchen Geldinstituten ist ein regelmäßiger monatlicher Geldeingang Voraussetzung dafür, dass das Konto gratis geführt wird. Dabei können die Voraussetzungen sehr unterschiedlich sein. Einige Banken verlangen mindestens 3.000 Euro monatlichen Geldeingang. Bei anderen Banken genügt bereits ein Monatsgehalt von 600 Euro. Darüber hinaus sind bei einigen Banken Überweisungen lediglich gegen Gebühr möglich. Das kommt auf die Kontovariante an. Dann gilt entweder ein höherer Geldeingang oder es ist eine geringfügige Kontoführungsgebühr zu zahlen. Ein Manko bei den meisten Banken mit Gratis-Girokonto sind die Zinsen für einen Überziehungskredit. Dabei verlangen manchen Institute Zinsen im niedrigen zweistelligen Bereich. Andere Unternehmen verlangen keine Kontoführungsgebühr, jedoch eine Ausstellungsgebühr für die Kreditkarte.

Online-Banken sind meist günstiger

Bei der Auswahl des richtigen Kontos sind nicht nur die Kontoführungsgebühren ausschlaggebend. Bei manchen kommen Extrakosten hinzu. Bei manchen Banken ist das Online-Konto absolut gratis, dazu muss das Konto ausschließlich online geführt werden. Wer gelegentlich Telefonbanking benutzt oder am Serviceterminal an einem Bankschalter Geld überweisen möchte, muss dafür extra Gebühren bezahlen. Auch die Überweisung am Automaten kann Gebühren auslösen.

Verschiedene Online-Banking-Verfahren

Für das Online-Banking haben die meisten Geldinstitute mehrere Verfahren im Angebot. So gibt es das Push-TAN-Verfahren, für das ein Smartphone oder ein TAN-Generator notwendig ist. Nicht bei allen Banken sind diese Verfahren kostenlos. Der TAN-Generator ist in der Regel kostenpflichtig genauso wie das Lesegerät für das Foto-TAN-Verfahren. Selbst für das SMS-TAN-Verfahren verlangen einige Banken Gebühren, und zwar für jede SMS, die sie verschicken, also bei jeder Transaktion. Wie sicher die einzelnen TAN-Verfahren sind, dazu bietet die Verbraucherzentrale NRW weitere Informationen.

Und was ist mit Bargeld?

Beim Kontovergleich ist es besonders wichtig, dass Kunden dort auf die Gebühren achten Gibt es ausreichend Geldautomaten in der Nähe, die kostenlos genutzt werden können? Dazu ist es notwendig, dass der gewählte Bankautomat zum Bankenverbund gehört. Denn viele Geldinstitute berechnen Fremdkunden am Geldautomaten eine saftige Gebühr. Einige Banken verlangen keine Gebühren, nicht in Deutschland und auch nicht im Euro-Raum. Manche Anbieter geben sogar eine kostenlose Kreditkarte aus, die auch im Ausland kostenlos eingesetzt werden kann.

(exb)

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